Viele deutsche Unternehmen haben derzeit ein schwieriges Russland-Geschäft. Nur Globus nicht. Im Gegenteil: Expansion ist angesagt. Das gilt auch für den deutschen Markt.

Die Globus Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Das Unternehmen mit Sitz in St. Wendel steigerte im Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis 30. Juni 2015 seinen Umsatz um 106 Millionen Euro auf 6,98 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 224,1 Millionen Euro (3,7 Prozent des Nettoumsatzes).

Die Globus-Baumärkte konnten dabei im Vergleich zum Vorjahr um 10,3 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zulegen. Die Fachmärkte insgesamt (Baumärkte und Alphatecc-Elektrofachmärkte) verzeichnen einen Umsatz von 1,62 Milliarden Euro - das ist eine Steigerung um 9,1 Prozent.

SB-Warenhäuser büßen etwas ein

Bei den SB-Warenhäusern sanken die Umsätze um 1,1 Prozent auf 3,26 Milliarden Euro. Den Rückgang begründet das Unternehmen mit der Preisentwicklung der Tankstellen. Die russischen und tschechischen Hypermärkte verzeichnen insgesamt einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. In Russland stieg der Umsatz dabei um 32 Millionen Euro auf 1,16 Milliarden Euro, was einem Plus von 33,8 Prozent vor Währungseffekten entspricht.

"Wir werden in Russland mit offenen Armen empfangen und freuen uns auf die Eröffnung unseres elften Standortes im November in Puschkino", sagt Thomas Bruch, geschäftsführender Gesellschafter der Globus Holding. Im zurückliegenden Geschäftsjahr eröffnete Globus zwei neue russische Märkte. Im November 2014 ging das Haus in Elektrostal ans Netz, im April dieses Jahres kam in Tula im Großraum Moskau der zehnte Standort hinzu.

Russland bleibt wichtiger Markt

Trotz der angespannten politischen und wirtschaftlichen Lage in dem Land verzeichnet Globus an allen Standorten stabile Umsätze und liegt teilweise deutlich über Plan. "Wie in Deutschland setzen wir auch in Russland auf die Kooperation mit regionalen Lieferanten", betont Bruch. Insgesamt investierte Globus in Russland mehr als 140 Millionen Euro.

Generell will Globus investieren, sowohl in neue, wie auch in die Modernisierung bestehender Flächen. "Neben unserem Kerngeschäft, dem Handel auf Großflächen, testen wir in Deutschland auch neue Handelsformate", erklärt Johannes Scupin, Sprecher der Geschäftsführung Globus SB-Warenhäuser. So wurde im April 2015 das neue Kleinflächenkonzept fridel markt&restaurant in Saarbrücken seine eröffnet.

In diesem innerstädtischen Pilotmarkt gibt es auf rund 450 Quadratmetern 3.000 Artikel aus den Bereichen Food und Non-Food. Sowohl im Markt als auch im Restaurantbereich (800 Quadratmeter) stehen handwerklich hergestellte, frische Convenience-Produkte im Fokus. Über Globus Drive können die Kunden mehr als 6.000 Artikel online bestellen und an der Abholstation im Markt abholen.