Die Zukunft von Max Bahr sieht nicht rosig aus. Ein Kaufinteressent für die Baumarktkette hat sich zurückgezogen. Grund sind die Mieten für die Märkte.

Für Max Bahr werden die Aussichten auf einen Fortbestand immer schlechter, denn einer der potenziellen Käufer der Baumarktkette hat kein Interesse mehr. Die Baumarktkette Globus zieht sich aus dem Bieterverfahren zurück.

"Diese Mieten kann kein Mensch bezahlen", begründete Globus-Geschäftsführer Erich Huwer in der Fachzeitschrift "baumarktmanager" seine Entscheidung. Damit bleibt das Konsortium der Baumarktkette Hellweg der letzte Interessent an den 74 Märkten von Max Bahr. Die Konkurrenten Hornbach, Obi und Kingfisher hatten zuletzt lediglich Interesse an einzelnen Standorten gezeigt.

7.000 Jobs stehen auf dem Spiel

Max Bahr ist eine Tochter der insolventen Konzernmutter Praktiker, die mangels Interessenten zerschlagen wird. Das Hauptproblem sind die extrem hohen Mietforderungen von 66 Märkten, die der Royal Bank of Scotland gehören. Das Geldinstitut ist der Hauptgläubiger des insolventen Immobilienfonds Moor Park, der laut Huwer mit "65 Milliarden Euro verschuldet ist".

Zum Hellweg-Konsortium gehören die Baumarktkette, das Einkaufsbüro deutscher Eisenhändler (EDE) sowie der Unternehmer Dirk Möhrle, eins Chef von Max Bahr. Ob diese Gruppe die Mietforderungen übernehmen will, ist unklar. Bei Max Bahr stehen 7.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. 

Im Falle einer Zerschlagung des Unternehmens soll laut der Nachrichtenagentur Reuters der Investor Gordon Brothers das Warenlager von Max Bahr im Wert von rund 250 Millionen Euro mit Abschlägen von bis zu 30 Prozent übernehmen. Reuters beruft sich dabei auf Informationen aus Verhandlungskreisen. Unter der Regie von Gordon Brothers läuft der aktuelle Ausverkauf von Praktiker.