Im Zwist zwischen Karstadt-Insolvenzverwalter Görg und Betriebsratchef Patzelt hat der Arbeitnehmervertreter eine Niederlage einstecken müssen. Derweil soll eine neue Verhandlungsrunde um die Mieten stattfinden.

Im Streit um die Karstadt-Mieten wollen sich Vertreter des designierten Karstadt-Eigentümers Nicolas Berggruen und des Hauptvermieters Highstreet noch heute Nachmittag in London zu weiteren Gesprächen treffen. Das wurde aus Verhandlungskreisen bekannt. Ein Treffen Anfang vergangener Woche war ohne Ergebnis geblieben.

Der von Berggruen unterzeichnete Kaufvertrag für das insolvente Warenhaus wird nur rechtskräftig, wenn eine Einigung mit Highstreet zustande kommt.


Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) drängte unterdessen auf eine schnelle Lösung in der Auseinandersetzung. Die Ministerin setze sich im Kontakt mit allen Beteiligten dafür ein, dass ernsthaft verhandelt werde, sagte ein Ministeriumssprecher. Neben den Arbeitsplätzen der rund 25.000 Karstadt-Beschäftigten seien weitere 30.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern bedroht.

Görg hat keine Zeit für Patzelt

Der Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hat einer von Betriebsratschef Hellmut Patzelt geforderten außerordentlichen Sitzung des Gläubigerausschusses eine Absage erteilt. "Dafür gibt es im Augenblick weder Raum noch eine Notwendigkeit", heißt es in einem der dpa vorliegenden Schreiben der Insolvenzverwaltung an den Gläubigerausschuss.

Eine förmliche Sitzung werde vermutlich zu weiterer Verunsicherung bei den Mitarbeitern, den Kunden und der Öffentlichkeit führen.

Patzelt hatte seine Bitte nach einer Sitzung des Gläubiger-Gremiums mit dem Informationsbedürfnis der rund 25.000 Karstadt-Beschäftigten in den laufenden Verhandlungen um Mietsenkungen zwischen dem designierten Karstadt-Käufer Berggruen und dem Karstadt-Vermieter Highstreet begründet. Dem Betriebsratschef wird eine Nähe zu Highstreet unterstellt.