Der stärkste Diesel im Golf-Programm trägt traditionell das Kürzel "GTD". Volkswagen will mit dem neuen 135 kW/184 PS-Dauerläufer auch ambitionierte Dienstwagenfahrer für seinen Bestseller gewinnen.

So recht in Schwung wollen die Verkaufszahlen für den neuen Golf nicht kommen. Minus 11,4 Prozent stehen nach den ersten fünf Verkaufsmonaten zu Buche - und das, obwohl der Bestseller des Volkswagenkonzerns zum Jahresbeginn mit großem Trommelwirbel und vielen medialen Vorschusslorbeeren in der siebten Generation erschien.

Die „allgemeine Marktlage" macht Baureihenchef Bernd Beyer im Gespräch mit Der Handel für den ungewöhnlich schleppenden Anlauf von Deutschlands freilich nach wie vor meistverkauftem Automobil verantwortlich. Schließlich verbucht die gesamte PS-Branche derzeit ein Minus von 8,8 Prozent. „Ein Produktstart im Winter ist immer schwierig. Da kaufen die Kunden natürlich ungern einen Neuwagen. Aber jetzt zieht die Nachfrage an", ergänzt der VW-Manager.

380 Newtonmeter sorgen für Fahrspaß

Für zusätzliche Belebung sollen auch die ungezählten Spielarten des klassenlosen Kompaktautos sorgen. Nach der bereits eingeführten Allradversion und dem sportlichen GTi folgt nun mit dem GTD wieder der dynamischste Diesel des Dauerbrenners. 31 Jahre nach dem Debüt des Konzeptes bringt es der neu entwickelte 2,0-TDI auf stattliche 135 kW/184 PS, beschleunigt in 7,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und erreicht 230 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das maximale Drehmoment, die höchste Währung für den Fahrspaß, liegt bei üppigen 380 Newtonmetern.

Ein Auto für besonders eilige Dienstwagenfahrer. Der Normverbrauch von 4,2 Litern, die CO-2-Emission von 109 g/km sowie die Einstufung nach der erst ab September 2014 gültigen Euro-6-Norm erfüllen dabei so manche auf Umweltverträglichkeit ausgerichtete Car Policy der Unternehmen und beruhigen gleichzeitig das Gewissen von Fuhrparkleiter und Fahrer.

Preise ab 29.700 Euro

Der motorisierte Motivationsschub für den Mitarbeiter ist allerdings nicht ganz billig: Mindestens 29.700 Euro kostet das Vergnügen und der Preis lässt sich mit vielen Extras wie dem Doppelkupplungsgetriebe (1.925 Euro Aufschlag) mühelos in die Höhe treiben. Für das Geschäftsleben haben die Norddeutschen zwei „Business“-Pakete mit Geschwindigkeitsregelanlage, Multifunktionsanzeige, Radio (480 Euro) und Navigation (985 Euro), für das Freizeitvergnügen ein „Sport- und Sound“-Paket (955 Euro) geschnürt.

Immerhin ist der ausschließlich im Stammwerk Wolfsburg gefertigt GTD schon serienmäßig attraktiv ausstaffiert. Bi-Xenonscheinwerfer zählen ebenso zum Lieferumfang wie allerlei Edelstahlzierrat im Innenraum.

Variant folgt im Spätsommer

Mit den nunmehr eingeführten Top-Varianten ist längst noch nicht Schluss. Die Golf-Palette wird gedehnt und gespreizt wie noch nie: Zunächst folgt im Spätsommer der für das Flottengeschäft besonders bedeutsame Kombi namens Variant, dann der Erdgasantrieb und wohl ebenfalls noch in diesem Jahr ein R-Modell mit rund 300 Pferdestärken. 2014 stehen dann die erste vollelektrische Version, ein Plug-in-Hybrid und der geräumigere Golf plus auf dem Produktionsplan. Bis dahin soll das Minus vor den Absatzzahlen längst verschwunden sein...

Einen Fahrbericht zum neuen Golf mit 1,6-Liter-Dieselantrieb (77 kW/105 PS), zu den gleichfalls neuen Konzernbrüdern Audi A 3 und Seat Leon sowie dem neuen Herausforderer in der Kompaktklasse, dem Volvo V 40, lesen Sie in der Juli-Ausgabe von Der Handel, die am 10. Juli erscheint.

Bernd Nusser