Neue Bilanzierungsregeln in den USA sehen vor, dass der komplette Wertverfall, der durch Geschäfte im Internet verursacht wurde, abgeschrieben wird. Das wirkliche Ausmaß der dot.com-Krise könnte erst jetzt zu Tage treten.

Analysten in den USA rechnen mit enormen Abschreibungen vieler US-Firmen in Billionenhöhe. Grund sind die neuen Bilanzierungsregeln, die in den USA am 1. Januar 2002 in Kraft getreten sind. Durch den "Goodwill" muss der komplette Wertverfall, der durch Geschäfte im Internet verursacht wurde, abgeschrieben werden. Goodwill bezeichnet den Teil des Kaufpreises einer Firma, beispielsweise bei einer Übernahme, der über dem wirklichen Wert des Firmenvermögens liegt. Bisher konnten Unternehmen die Goodwill-Abschreibungen über einen Zeitraum von 40 Jahren verteilen.

Analysten befürchten nun, dass erst jetzt das wirkliche Ausmaß der dot.com-Krise zu Tage tritt. Während des Internet-Booms wurden oft enorm hohe Summen für Firmen gezahlt, so das der Goodwill oft sehr großzügig eingeschätzt wurde. Allein im ersten Quartal sollen nach Schätzungen bis zu einer Billion US-Dollar abgeschrieben werden. AOL kündigte bereits an, dass Abschreibungen in Höhe von 40 bis 60 Mrd. US-Dollar vorgenommen werden müssten. (ST)