Mit dem Apple-Reseller Gravis hat das Bezahlverfahren Yapital einen weiteren Handelspartner gefunden. Auf der Euroshop zeigten die Luxemburger, wie die Bezahlung per Beacon-Technologie funktioniert.

Der größte deutsche Apple Reseller Gravis wird in den nächsten Monaten das Multichannel-Bezahlverfahren der Otto-Gruppe Yapital anbieten. In den bundesweit 34 Ladengeschäften sowie im Onlineshop von Gravis sollen die Kunden noch innerhalb der ersten Jahreshälfte 2014 mit der neuen Zahlmethode einkaufen können. 

"Wir arbeiten ständig daran, das Einkaufserlebnis für unsere Kunden noch stimmiger zu machen. Mit Yapital passt jetzt auch der Bezahlvorgang perfekt: technisch ganz vorn, intuitiv und elegant", erklärt Jochen Otterbach, Geschäftsführer von Gravis.

Damit hat Yapital nach der Rewe, Baur, Coop eG, Katag AG, SportScheck und Wasgau (zu Rewe gehörend) einen weiteren Partner im Handel für die Akzeptanz des neuen Zahlverfahrens gewonnen, mit dem die Otto-Gruppe PayPal, Mastercard und Visa Konkurrenz machen will.

Beacon schlägt die Brücke über das Funkloch

Auf der diesjährigen Messe Euroshop präsentierte Yapital gemeinsam mit dem Kassensystem-Dienstleister POSPartner darüber hinaus erstmals die Bezahlung per Beacon-Technologie. Mit dem Funk- und Protokollstandard der Bluetooth Low Energy-Technologie (BLE) können Bezahlungen mit der Yapital-App auch an Orten durchgeführt werden, an denen kein Mobilfunk- oder WLAN-Empfang gewährleistet ist.

Der Bezahlprozess über die BLE-Technik entspricht vom Ablauf her dem üblichen QR-Scanning bei Yapital, da das Smartphone des Kunden über den QR-Code identifiziert wird. Der Kunde öffnet an der Kasse die Yapital-App per PIN, die dann über BLE-Übertragung verifiziert wird. Daraufhin scannt er den im Kassen- oder Terminaldisplay des Händlers angezeigten QR-Code ein und bestätigt anschließend die Transaktion mit der Smartphone-App. Beim Konkurrenz-Produkt PayPal Beacon #/ZT#wird der Kunde anhand eines in der PayPal-App hinterlegten Profilbilds identifiziert.

"Für die jeweilige Transaktion werden nur triviale Daten ausgetauscht, lediglich eine Referenznummer für einen Eintrag in der Datenbank auf den Yapital-Servern", erläutert Peter Reich, Geschäftsführer von POSPartner, warum die BLE-Lösung gegen sogenannte Man-in-the-middle-Attacken (Abgriff der Daten durch einen unbefugten Dritten) gefeit sein soll. Die PIN werde zudem hoch verschlüsselt übertragen, betont Reich. Um die App mit ihr nutzen zu können, wären darüber hinaus Passwort und Benutzername des zugehörigen Yapital-Kontos erforderlich, die beim Bezahlvorgang nicht übertragen werden.

Rollout der Beacon-Technologie im Payment bis zum Sommer

"Die Lösung des Funklochproblems war für eine Reihe von Händlern wichtig, um sich für unsere Lösung zu entscheiden", sagt Nils Winkler, CEO von Yapital im Gespräch mit Der Handel. Noch im ersten Halbjahr 2014 plant das Start-Up mit Sitz in Luxemburg den Rollout der Beacon-Lösung bei zwei bundesweittätigen Handelsunternehmen.

Die Rewe Grupppe, die zur Integration von Yapital bereits auf die technische Lösung von POSPartner setzt, teilte auf Anfrage von Der Handel mit, dass man die Beacon-Technologie nicht einführen wolle. Die Software von POSPartner läuft nach Unternehmensangaben auf rund 47.000 Kassenterminals in Deutschland, um Kartenzahlungen abzuwickeln.

Neben der Einführung der Beacon-Technologie im Zahlprozess, die im Übrigen auch PayPal und der App-Entwickler Valuephone (bei Edeka und Netto im Einsatz) auf der Agenda haben, erwägt Nils Winkler Couponing-Aktionen per BLE-Ortung, allerdings in "sehr begrenztem Umfang, um die Kunden nicht zu nerven". Auch sei die Technik "noch ganz am Anfang", sodass man erst einmal beobachten müsste, was von Kunden auch akzeptiert wird.

Auch die Möglichkeit für Konsumenten, Kundenkarten wie Payback und DeutschlandCard in der Yapital-App zu hinterlegen steht auf der To-Do-Liste der Hamburger. Auch dieses Vorhaben soll noch in der ersten Jahreshälfte umgesetzt werden.