Der E-Commerce-Handel konzentriert sich weiter: Die zehn größten Webshops erwirtschaften rund ein Drittel des Umsatzes. Vor allem Generalisten machen dem EHI Retail Institut zufolge gute Geschäfte.

Die 1.000 größten Onlineshops in Deutschland erwirtschafteten 2009 einen Gesamtumsatz von rund 20 Milliarden Euro. Davon entfielen auf die Top 10 der Onlinehändler 6,2 Milliarden Euro Umsatz – also ein knappes Drittel, so das Ergebnis der Studie "Der deutsche E-Commerce-Markt 2010" des EHI Retail Instituts. 2008 erzielten die zehn größten Player 4,7 Milliarden Euro, was 27 Prozent des Gesamtvolumens entsprach.

Im Vergleich zum Vorjahr legten die "Top 10" damit um 4 Prozent auf nunmehr 31 Prozent zu. "Auch bei den Top 100 Shops macht sich eine zunehmende Konzentration bemerkbar", beobachten die Handelsforscher. "Mit 13,9 Milliarden Euro oder einem Umsatzanteil von fast 70 Prozent hat sich deren Anteil um 5 Prozent erhöht." Die Top 500 schließlich halten demnach zusammen einen Anteil von 94,1 Prozent, was einen Umsatz in Höhe von 18,8 Milliarden Euro bedeutet.

Ein Drittel des Umsatzes geht an Generalisten

Die Generalisten, also Händler, die mindestens fünf Produktsegmente anbieten, realisierten demnach 6,65 Milliarden Euro – das entspricht 33,2 Prozent des Online-Umsatzes. Mit Computern, Unterhaltungselektronik, Handys und Zubehör wurden 2,14 Milliarden Euro oder 10,7 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. Der Onlinehandel mit Bekleidung, Textilien und Schuhe brachte den Unternehmen einen Umsatz von 1,95 Milliarden Euro und hielt damit einen Anteil von 9,7 Prozent.

Vorkasse und Kreditkarte vorn

Das am häufigsten angebotene Bezahlverfahren stellt im Onlinehandel nach wie vor mit 68,5 Prozent die Vorauskasse dar, gefolgt von Zahlung per Kreditkarte (67,1 Prozent) und Nachnahme (59Prozent).

PayPal (50,3 Prozent), Lastschriftverfahren (39,3 Prozent) und Zahlung auf Rechnung (37,7 Prozent) sind weitere häufig angebotene Verfahren. Die meisten Onlineshops bieten mehrere Zahlungsverfahren an.

Social Media entwickelt sich weiter

Auch Social Media gehört bei vielen Onlinehändlern inzwischen zum Portfolio der Kundenbindung. 33 Prozent der Shops haben ein Facebook-Profil, 21 Prozent einen Twitter-Account. Die Forscher des EHI erwarten, dass sehr schnell weitere Händler die Verzahnung zu den sozialen Medien in die Wege leiten und Produkt- und Shopbewertungen der Kunden anbieten werden.

Beim Thema Transparenz haben einige Onlineshops allerdings noch Nachholbedarf. 43 Prozent kommunizieren ihre Versandarten auf ihrer Website nicht oder nicht deutlich genug.

Die Studie

Die Analyse der Onlineshops wurde von September bis Dezember 2010 durchgeführt. Die Angaben zu den Umsätzen beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2009. Die komplette Studie  "Der deutsche E-Commerce-Markt 2010", die der Forschungsbereich E-Commerce des EHI gemeinsam mit dem Hamburger Statistikunternehmen Statista durchgeführt hat, ist ab dem 19. Januar 2011 erhältlich.