Die Preise im Großhandel befinden sich weiter im freien Fall: Im vergangenen Mai sind sie so stark gesunken wie seit 1986 nicht mehr.

Im Mai fielen die Preise im Großhandel im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,9 Prozent - so stark wie seit Dezember 1986 nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Schon im März und April waren die Preise im Jahresvergleich um 8,0 beziehungsweise um 8,1 Prozent Prozent gefallen.

Die Großhandelspreise für Getreide, Saaten und Futtermittel verringerten sich im Vergleich zum Preisniveau von Mai 2008 um mehr als ein Drittel (34,5 Prozent). Die Preise für Milch und Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette sanken im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent.

Verbraucherpreise könnten sinken

Der drastische Rückgang der Großhandelspreise deutet auf sinkende Verbraucherpreise in den kommenden Monaten hin.

Die Europäische Zentralbank erwartet in den nächsten Monaten zeitweise negative Jahresraten bei den Verbraucherpreisen. Das sei aber vor allem den hohen Energiepreisen des Vorjahres geschuldet und werde Ende dieses Jahres vorbei sein. Für das Gesamtjahr prognostizierte die Notenbank eine Inflationsrate von 0,3 Prozent.

Im Vergleich zum April stiegen die Preise im Mai allerdings leicht um 0,1 Prozent. Das war der zweite geringfügige Anstieg nach April, als die Preise ebenfalls um 0,1 Prozent angezogen hatten. Zuvor waren sie achtmal in Folge stetig gefallen, zuletzt im März um 0,9 Prozent.