Der stationäre Einzelhandel wird 2012 moderat um rund ein Prozent wachsen, prognostiziert die GfK. Strukturschwache Gebiete verlieren demnach allerdings weiter Umsätze an die Top-Standorte. 

Laut der GfK-Studie steigt vor allem die Magnetwirkung von Großstädten wie Berlin, München, Hamburg und Köln weiter. "Bereits umsatzstarke Standorte dürften bei insgesamt überschaubarem Umsatzzuwachs von der Schwäche anderer profitieren", sagt dazu Manuel Jahn, Einzelhandelsimmobilienexperte bei dem Marktforschungsunternehmen.

Für Einzelhändler sei es deshalb mehr denn je "erfolgs- und oft sogar überlebens-entscheidend", nicht nur ein gutes Angebot zu haben, sondern sich auch in einem insgesamt starken Einzelhandelsumfeld zu positionieren.

Nach den Berechnungen von GfK GeoMarketing wird der Umsatz im stationären deutschen Einzelhandel 2012 im Vergleich zum Vorjahr nominal um etwa ein Prozent wachsen und ein Volumen von 410,1 Milliarden Euro erreichen.
 

Sparquote sinkt weiter

Obwohl zu erwarten ist, dass die Konsumenten die Sparquote angesichts des wackligen Euros weiter herunterfahren werden, wird das Jahr 2012 für den Einzelhandel wohl kein Selbstläufer. Grund sind laut GfK die steigenden Rohstoff- und Einkäuferpreise, die der Handel kaum eins zu eins an die Kunden weitergeben könne - um die gute Konsumstimmung nicht zu gefährden.

Mehr als ein Fünftel aller Umsätze entfällt auf die 15 stärksten Kreise.
Mehr als ein Fünftel aller Umsätze entfällt auf die 15 stärksten Kreise.
Im Mittelpunkt der Studie "Einzelhandelsumsatz 2012" der GfK GeoMarketing steht die Berechnung von regionalen Handelsumsätzen für alle Kreise und Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern. Nicht überraschend: Die einwohnerstärksten Kreise, allen voran Metropolen wie Berlin, Hamburg und München, weisen die höchsten Umsatzsummen auf. 

Bayerische Kreise mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben

Die 15 umsatzstärksten Kreise machen gemeinsam schon gut ein Fünftel (21,3 Prozent) des gesamten stationären Einzelhandelsumsatzes in Deutschland aus.

Im Vergleich der relativen Umsätze, also beim Umsatz bezogen auf die Anzahl der Einwohner am Einkaufsort, liegen ganz andere Kreise vorn: Straubing, Weiden, Passau, Schweinfurt und Rosenheim - alle in Bayern gelegen - erzielen rechnerische Pro-Kopf-Umsätze, die beim Doppelten des Bundesdurchschnitts liegen.

Der Einzelhandel in diesen Städten zieht also Kaufkraft weit über die Grenzen des Stadtgebiets hinaus an, so dass die Umsätze deutlich höher sind als allein die Einzelhandelskaufkraft der Einwohner.