Es ist schon komisch. Startups sind in Deutschland weitgehend Männersache. Gerade einmal 13 Prozent aller Startup-Gründer sind Frauen, meldete in diesem Jahr der erste "Deutsche Startup-Monitor“ des Bundesverband Deutsche Startups (BVDS). Dabei werden einige der vielversprechendsten Projekte in der deutschen Gründerszene im E-Commerce von Frauen geführt, die noch dazu vielfach nachhaltiger wirken als so manch ein Startup der Old-Boys-Clubs. Etailment stellt spannnende Startups von Frauen vor.

 

Amorelie

Erwachsene Frauen, die eine Hello-Kitty Sozialisation hinter sich haben, dürften an dem quietschbbunten Erotik-Spielzeug bei Amorelie Gefallen finden. Lea-Sophie Cramer will damit Lovetoys in den Premiumbereich heben.



DaWanda

Schon ein Klassiker ist DaWanda, das wie das Vorbild etsy einen Online-Marktplatz für Handgefertigtes bietet. 2006 startete Claudia Helming die Plattform und ist inzwischen in mehreren europäischen Ländern aktiv.  

Glossybox

Ex-McKinsey-Beraterin Brigitte Wittekind zählt als Co-CEO zum Gründerteam von Glossybox aus dem Inkubator Rocket Internet. Der Anbieter von Beauty-Boxen im Abo expandiert erfolgreich international. Zu den Investoren der Beauty Trend Holding GmbH zählen Rocket Internet, Holtzbrinck Ventures und Investment AB Kinnevik.

Outfittery

Auslandsexpansion im Fokus haben auch Julia Bösch und Anna Alex, die 2012 Outfittery gründeten und Männer beim Modeeinkauf im Web betreuen. Zu den Investoren der Styleberatung mit den Modeboxen gehören unter anderem Holtzbrinck Ventures oder Mangrove Capital Partners. Anna Alex ist auch beim etailment Summit mit dabei.  



Modomoto

Corionna Powalla setzte mit Modomoto schon vor Outfittery auf das Prinzip des Curated Shopping für Männer und hat inzwischen mehr als 50.000 Kunden eingekleidet. 2012 lag der Umsatz noch über 500.000 Euro. So viel Umsatz macht Modomoto nach eigenen Angaben inzwischen in jedem Monat.

tollabox

Zusammen mit ihrem Mann Oliver Beste, dem einstigen Mitgründer von myToys, hob Bea Beste tollabox aus der Taufe. Sie hatte entscheidenden Anteil daran, dass das Spiele-Box-Abo mit einem klaren pädagogischen Konzept unterfüttert wird. tollabox wird Konzept und Stratagie auch auf dem etailment Summit vorstellen.

Meine-Spielzeugkiste

Das Gründerteam um Julia Derndinger und Florian Spathelf setzt mit dem Berliner Start-up Meine-Spielzeugkiste auch auf Spiele. Die Idee: Die Spiele werden nicht gekauft, sondern gemietet und irgendwann zurückgeschickt.

Kommtessen

Kommtessen von Lisa Rentrop ist es eines der großen Vorbilder rund um alle Lebensmittel- und Rezeptdienste mit Abo-Lösung. Kam der deutsche Ableger des schwedischen Unternehmens Middagsfrid zunächst vor allem in Großraum-Regionen, liefert KommtEssen die Abo-Boxen nun auch bundesweit in den letzen Winkel.

nonabox

Bei dem Start-up, das eine Abo-Überraschungsbox für junge Mütter anbietet, ist Sarah Mettler, Geschäftsführerin für die DACH-Region. Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) ist an dem Start-up beteiligt. Zuvor gründete Mettler übrigens den Shoppingclub monoqi mit. Nonabox selbst gründete Izanami Martínez González in Spanien.

Rakuten

Die Geschichte von Rakuten in Deutschland begann ein bisschen schon 2007 als Beate Rank gemeinsam mit Tobias Kobier Trodoria gründete. Den Oline-Marktplatz kaufte 2011 Rakuten. Dort ist Beate Rank nun Deutschlandchefin für über 8000 Händler.

Sugarshape

Der 2012 gegründete Dessous-Anbieter der Schwestern Sabrina Schönborn und Laura Gollers hat sich auf BHs für Frauen spezialisiert, die große Cups benötigen, und sich mehr Tragekomfort und Individualität wünschen. Sugarshape will nach einer Finanzierungsrunde im Somme das Produktsortiment erweitern und setzt auf mehrere neue Lingerie-Kollektionen.

Bellegs

Daria Saharov bringt mit Bellegs.de edle Strumpfwaren im Abo an die Frau. Die sind dann auch noch edel verpackt. Tragefreude beginnt eben schon vor dem Anziehen.

Myoma

Hier stricken Senioren Mützen und Schals per Hand. Eine originelle Idee, die von Verena Röthlingshöfer neben dem Job und ohne großes Kapital im Rücken liebevoll umgesetzt wurde. Mode wird bei MyOma verknüpft mit Tradition und persönlicher Note.

Glamloop und Co

Pre-Loved-Mode ist schick. Aber nicht nur für Frauen. Deshalb sprechen Alexandra Podeanu (Ex-Rocket-Internet) und Kiana Mardi (Ex-Zalando) mit dem Münchner Start-up Glamloop nicht nur Frauen, sodnern auch Männer und Kinder an. Finanziert wird das Unternehmen von Capnamic Ventures, OP Ventures (France Télécom-Orange/Publicis)  und Holtzbrinck Ventures.



Mädchenflohmarkt
Pre-loved ist als Business-Modell offenbar echt so ein Frauen-Modell. Weiteres Beispiel: Zum Gründerteam beim Mädchenflohmarkt gehört neben edelight-Geschäftsführer Peter Ambrozy sowie Thorsten Lückemeier auch Maria Spilka.


Rebelle
Noch ein Beispiel: Bei Rebelle aus dem  Hamburger Inkubator Hanse Ventures gehört Sophie-Cécile Gaulke zum Gründerteam. An der im August 2013 gelaunchten Plattform, bei der sich alles um Designer Second-Hand-Mode im Luxussegment dreht, hat sich gerade erst der High-Tech Gründerfonds (HTGF) beteiligt.

Manomama
"Mutter & Unternehmerin, lieber Pionier als Pirat", so beschreibt sich Sina Trinkwalder bei Twitter. Die Gründerin und Chefin der Augsburger Bekleidungsmanufaktur Manomama hat 2010 die erste ökosoziale Bekleidungsproduktion der Textilbranche gegründet und gilt längst als Vorzeige-Unternehmerin für erfolgreiches "Social Business".