In Soltau darf ein rund 10.000 Quadratmeter großes Factory-Outlet-Center (FOC) gebaut werden. Der Handelsverband kritisiert die Entscheidung scharf.

Die Entscheidung für das Projekt gab das für die Raumplanung zuständige Agrarministerium in Hannover bekannt. Neben Soltau hatten sich auch die beiden Städte Bad Fallingbostel und Bispingen beworben.

Die Bauarbeiten sollen bereits im Sommer beginnen. 2010 soll die Anlage fertig sein und jährlich rund eine Million Besucher anlocken.

Einzelhandelsverband erbost

Die Handelsverbände in Niedersachsen haben die Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung, ein FOC in Soltau zuzulassen, heftig kritisiert.

"Der Einzelhandel wird auf dem Altar des Tourismus geopfert", kritisierte Mathias Busch, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands LVMG, die Entscheidung und verwies damit auf den Umstand, dass der Kaufkraftabfluss allein die Händler im Einzugsgebiet des FOC trifft, ohne dass sie von den FOC-Besuchern Umsätze erwarten könnten.

Soltaus Bürgermeister Wilhelm Ruhkopf (SPD) hält dagegen: Er geht davon aus, dass 10 Prozent der FOC-Besucher auch in die Innenstadt strömen werden - und dass die Cityhändler davon profitiert.

Aus Touristen Käufer machen

"Angesichts der raumordnerischen Risiken ist sehr zu begrüßen, dass das FOC im Mittelzentrum Soltau und nicht in den sehr viel kleineren Orten Bispingen oder Bad Fallingbostel gebaut werden wird", erklärt Uwe Seidel, Geschäftsführer der Beratung Dr. Lademann & Partner GmbH.

"Nur das Mittelzentrum Soltau mit seiner attraktiven Innenstadt ist in der Lage, negative Auswirkungen zulasten des lokalen Einzelhandels durch Kopplungseffekte angemessen zu kompensieren", so Seidel.

"Was noch entscheidender ist: Soltau vermag mit seinen Übernachtungsangeboten und dem Heide Park Soltau Resort die stärksten Wertschöpfungsimpulse zugunsten der Tourismuswirtschaft in der Heide insgesamt auszulösen."