Wer Verbundgruppen in die digitale Zukunft führen muss, dürfte häufiger einmal an Xavier Naidoo denken: "Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer". Welche Steine die Schuhwareneinkaufsgenossenschaft ANWR Group auf dem Weg von „schuhe.de-connect" zu einem ernst zunehmenden Online-Netzwerk für Händler aus dem Weg räumen musste, werden wir mit ANWR-Vorstandschef Günter Althaus auf dem etailment Summit am 29. September diskutieren. Im Interview mit etailment verrät er vorab, wo er noch Nachholbedarf sieht und welche Aufgaben im vernetzten Handel zur Pflicht werden.


Plattformen entwickeln eine immer größere Magnetwirkung. Auch im E-Commerce.  Müssen sich andere Händler einvernehmen lassen oder wo können sie beim Kunden noch eigene Akzente setzen?

Günter Althaus: Händler sollten beides tun. Die Plattformen sind zunehmend der Garant für Traffic, insbesondere wenn dieser zu echten Online-Umsätzen führen soll. Zum Zwecke der Positionierung ist jedoch der individuelle Auftritt eines Händlers unverzichtbar. Letztlich geht es um unterschiedliche Ziele und Instrumente.

Wie wird die zunehmend vernetzte Technologie das Verhalten der Kunden ändern?

Günter Althaus: Gerade in Bezug auf Zielkäufe wird der Kunde die Verfügbarkeit nicht mehr dem Zufall überlassen. Das heißt: die stationäre Verfügbarkeit online zu präsentieren, in Echtzeit, wird unabdingbar. Auch die Bereitstellung sämtlicher Lieferwege wird für den stationären Handel Pflicht. Schließlich erhöht sich der Anspruch an Kommunikation und Werbung: Sie muss individuell und authentisch den Empfänger treffen.

"Die stationäre Verfügbarkeit online zu präsentieren, in Echtzeit, wird unabdingbar."

Wo sehen Sie für ihre Branche den größten Nachholbedarf bei Innovationen?

Günter Althaus: Unserer Branche fehlt das Gefühl für den Nutzen und die Kraft der Daten. Daher werden diese weder systematisch erfasst noch ausgewertet. Ein großes Zukunftsrisiko, da ohne diese Informationen weder die Sortimentspolitik noch die Kundenansprache erfolgreich sein kann.

Welcher Trend im digitalen Handel wird am meisten unterschätzt?


Günter Althaus:
Curated Shopping.

Welcher Trend wird am meisten überschätzt?

Günter Althaus: Same Day Delivery

Eine Fee schickt Sie als Vertretung für einen Tag an den Schreibtisch eines Handels-CEO ihrer Wahl. Wo würden Sie sich gerne hinzaubern lassen?


Günter Althaus:
 (schmunzelt) An dem Schreibtisch des Handels CEO sitze ich andauernd. Kein Grund auf einen Zauber zu warten.

Was geht im Onlinehandel heute? Was passiert morgen? Antworten gibt’s beim etailment Summit am 29. September in Frankfurt. Wo es lang geht beim Omnichannel sagen Macher und Könner wie Helmar Hipp von Cyberport, Neela Montgomery als Konzern-Vorstand Multichannel-Retail der Otto Group, Jan Kegelberg von SportScheck, Timo Schamber von Liefery, Christoph Lange von Zalando, jede Menge Startups, Günther Althaus von ANWR und Business-Vordenker Tim Leberecht aus dem Silicon Valley. Startups mit frischen Ideen stellen wir im neuen Format „1.000 Sekunden Zukunft" vor.
Am Vorabend werden mit einer großen Party die e-Stars 2016 gefeiert. Der Branchenpreis e-Stars würdigt seit 2013 ein Startup und einen Retailer, die den Online- und Omnichannel-Handel aktiv gestalten und Trendsetter für die Branche sind. Die Sieger werden rockig im angesagten Frankfurter Club CHINASKI  erstmals vorgestellt und dann gefeiert. Mit dabei: Der legendäre DJ Julian Smith.