Der Einzelhandel überrascht im Juni mit guten Umsatzzahlen und konnte gegenüber dem Vormonat noch einmal deutlich zulegen. Auch im Halbjahresvergleich zum Vorjahreszeitraum freuen sich Händler über ein Umsatzplus.

Die Geschäfte der deutschen Einzelhändler haben im Juni überraschend stark angezogen. Die Umsätze stiegen gegenüber dem Vormonat preisbereinigt (real) um 6,3 Prozent zu, nominal gab es ein Plus von 6,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am heutigen Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Volkswirte hatten mit einem deutlich schwächeren Zuwachs gerechnet. Binnen Jahresfrist legte der Umsatz nominal um 0,5 Prozent zu. Preisbereinigt verbuchte der Einzelhandel zwar ein Minus von 1,0 Prozent, allerdings hatte der Juni 2011 auch zwei Verkaufstage weniger als der Vorjahresmonat, wie die Statistiker erläutern. Im ersten Halbjahr verbuchte die Branche ein Plus von nominal 2,9 Prozent. Preisbereinigt legte der Umsatz um 1,3 Prozent zu.

Lebensmittelhandel und Non-Food-Umsätze

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Juni 2011 nominal 2,3 Prozent mehr und real 0,1 Prozent weniger um als im Juni 2010. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten nominal um 2,3  Prozent höher als im Vorjahresmonat (real unverändert). Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde nominal 1,3 Prozent mehr und real 1,1 Prozent weniger als im Juni 2010 umgesetzt.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln waren die Umsätze im Juni 2011 nominal (- 1,3 Prozent) und real (- 1,7 Prozent) niedriger als im Vorjahresmonat. Hier lagen in vier der sechs Unterbranchen die Umsätze nominal und real unter den Werten vom Juni 2010. Nur im sonstigen Einzelhandel (zum Beispiel Bücher, Schmuck) mit nominal + 1,7 Prozent und real + 2,7 Prozent sowie im Internet- und Versandhandel mit nominal + 1,6 Prozent und real + 0,9 Prozent wurden die Umsatzwerte des Vorjahresmonats übertroffen.

Im ersten Halbjahr 2011 setzte der deutsche Einzelhandel nominal 2,9 Prozent und real 1,3 Prozent mehr um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Auch der Großhandel gewinnt Umsätze hinzu

Die deutschen Großhandelsunternehmen setzten im zweiten Quartal 2011 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nominal 8,2 Prozent und real 1,2 Prozent mehr um als im zweiten Quartal 2010.
 
Der Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren und Maschinen (Produktionsverbindungshandel), der ein Indikator für die Industrieproduktion und den Export ist, steigerte den Umsatz im zweiten Quartal 2011 nominal um 10,7 Prozent und real um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

dpa, DH