Anläßlich der Woolworth-Insolvenz spricht HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr in einem Zeitungsinterview von einer drohenden Pleitewelle im Handel. Schuld seien Unternehmenssteuer und die hohen Mieten.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels sieht Pleiten wie die von Woolworth als Vorzeichen einer Branchenkrise: „5.000 mittelständische Einzelhändler werden in diesem Jahr die Waffen strecken. Über die redet niemand”, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr gegenüber der "Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung". 

Pellengahr appellierte an Immobilienbesitzer, die Mieten zu senken und forderte von der Bundesregierung erneut die im Zuge der Unternehmenssteuerreform 2008 eingeführte Besteuerung von Mieten wieder abzuschaffen. "Die Mieten sind das Problem, das vielen Einzelhändlern jetzt das Genick bricht”, so der Verbandssprecher.

Ganz andere Töne zur Lage im Einzelhandel waren gestern in einem Interview zu lesen, das ECE-Geschäftsführer Alexander Otto der Zeitung "Die Welt" gab. "Dem Einzelhandel geht es noch erstaunlich gut", sagte der Chef des größten Shopping-Center-Betreibers in Deutschland. Ähnliches war auch von Dirk Roßmann zu vernehmen, der gestern die Bilanzahlen seiner Drogeriekette präsentierte: "Wir haben bis heute die Krise definitiv nicht gespürt", sagte Roßmann.