Der Handel ist mit der dritten Adventswoche nicht ganz zufrieden, teilt der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels mit. Doch die Wochenendauswertungen fallen meist sehr gut aus.

So ist zum Beispiel der Hamburger Einzelhandel weiterhin sehr zufrieden. "Der Samstag vor dem dritten Advent hat sehr gute Umsätze gebracht", sagte Sprecher Ulf Kalkmann. In der Hansestadt werde zwar weniger, dafür hochpreisiger gekauft als bisher. In Hamburg strebt der Handel an, wie im Vorjahres-Weihnachtsteschäft rund 300 Millionen Euro umzusetzen.

Kauflustiges Nordrhein-Westfalen

Die Düsseldorfer Händler hatten am vergangenen Wochenende ebenfalls keinen Grund zu klagen. Von einem regelrechten Rekordsamstag spricht der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband. "Die befragten Einzelhändler sind durchweg überrascht, wie viele Kunden sich von den schlechten Nachrichten aus der Finanz- und Wirtschaftswelt nicht abschrecken lassen und zum Teil für eine Steigerung des Umsatzes gegenüber dem des Vorjahres sorgen", sagte Geschäftsführer Ralf Engel dem "Express".

Auch im Einkaufszentrum CentrO in Oberhausen herrschte gute Kauflaune: 100.000 Besucher seien am Samstag gezählt worden, so ein Sprecher. "Trotz vieler düsterer Prognosen wurden die Ergebnisse des Vorjahres erreicht". Unter den etwa 200 Bussen, die das Oberhausener Einkaufszentrum am Samstag angesteuert hätten, seien auffallend viele aus Belgien gewesen.

Gute Nachrichten auch aus der Region Bonn. "Der Weihnachtsschlitten fährt", jubelte Dierk Sessinghaus, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen. "Jetzt hoffen wir, dass er weiter an Fahrt aufnimmt." Die Nachfrage der Kunden in Bonn und Umgebung sei "solide und stabil". Umsatzprognosen wollte Sessinghaus freilich nicht abgeben.

HDE sieht die Geschäfte auf solidem Niveau

"Anscheinend lassen sich die Verbraucher dieses Jahr länger Zeit mit dem Geschenkekauf", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr am Sonntag. "Das Weihnachtsgeschäft machte in der vergangenen Woche eine kleine Pause, zog aber am Adventssamstag wieder an."

Insgesamt laufe das Geschäft weiter auf soliden Niveau, die meisten Händler hätten sich jedoch mehr davon versprochen, hieß es unter Berufung auf eine Umfrage unter den Verbandsmitgliedern. Nun setzt die Branche auf einen einträglichen Endspurt: "Bis Heiligabend dürften die Kassen des Einzelhandels noch klingeln."

Renner der vergangenen Woche waren den Angaben zufolge Schmuck und Uhren, Spielwaren und Sportartikel. Viele haben sich auch schon mit Wein und Delikatessen für die Feiertage eingedeckt. Bei Kleidung und Möbeln lief das Geschäft laut HDE eher schleppend.