Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels gab heute seine Umsatzerwartung für das Weihnachtsgeschäft und 2010 bekannt. Eine Umfrage von Deloitte bestätigt die skeptische Haltung des HDE.

Die ersten drei Quartale des Jahres brachten den Unternehmen des Einzelhandels einen Umsatzrückgang von nominal zwei Prozent auf insgesamt 284,4 Milliarden Euro. Das gab  der Präsident des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Josef Sanktjohanser, heute auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt.

"Wir liegen damit zwar innerhalb unserer Erwartungen von einem Jahresumsatz von nominal minus zwei Prozent und stehen besser da als andere Wirtschaftszweige. Aber diese Umsatzeinbußen sind für viele Händler schmerzhaft", so der Rewe-Vorstand.

Nach einer aktuellen Trendumfrage des HDE zum Oktober-Geschäft sind die Unternehmen mit der Umsatzentwicklung im vergangenen Monat überwiegend zufrieden. Für einige Unternehmen war es sogar ein "goldener Oktober". Das gilt besonders für den Mode- und Schuheinzelhandel.

Schwächer als Vorjahr, aber besser als der Jahrestrend

Für das angebrochene Weihnachtsgeschäft erwartet der HDE einen Umsatz von insgesamt 73 Milliarden Euro. Das würde ein Umsatzminus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten. Die online erzielten Umsätze im Weihnachtsgeschäft schätzt der Verband auf etwa 5,5 Milliarden Euro.

Eine Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte bestätigt den Trend zum Sparen unter dem Weihnachtsbaum, allerdings steht Deutschland im europäischen Vergleich noch gut da: "Aufgrund der aktuellen Krise und der damit verbundenen Unsicherheiten planen die westeuropäischen Verbraucher eine durchschnittliche Kürzung ihrer Weihnachtsausgaben um 6,3 Prozent - in Deutschland liegt dieser Wert mit -2,9 Prozent nicht mal halb so hoch",  sagt Dr. Peter Thormann, Partner Consumer Business bei Deloitte.

Sowohl beim Budget für Geschenke als auch bei der Anzahl der Beschenkten wollen die Deutschen keine Reduzierungen vornehmen. Durchschnittlich plant jeder etwa 485 Euro für Weihnachten ein: 300 Euro für Präsente sowie 185 Euro für die Festlichkeiten. Dies sind einige Ergebnisse des Deloitte-Reports „Xmas 2009: the rebound?", für den Verbraucher in 18 west- und osteuropäischen Ländern befragt wurden. In Deutschland nahmen 1.754 Personen teil.

HDE blickt pessimistisch auf 2010

Auch beim Blick auf das kommenden Jahr zeigte sich HDE-Präsident Sanktjohanser wenig optimistisch. "Es ist leider wahrscheinlich, dass der Einzelhandel von einer leichten gesamtwirtschaftlichen Erholung im kommenden Jahr kaum profitieren kann. Eine steigende Arbeitslosigkeit wird Konsumspielräume einengen und die Verbraucherstimmung drücken", so der HDE-Chef.

Die Mehrzahl der Einzelhandelsunternehmen rechne laut Verbandsumfrage für 2010 mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation gegenüber diesem Jahr.

Quelle: HDE
Quelle: HDE
Mit Spannung erwartet der HDE das für den 1. Dezember angekündigte Urteil des Bundesverfassungsgericht über die Klage der Kirchen gegen die Berliner Sonntagsregelung. Dabei geht es um die Frage, ob dort die zehn verkaufsoffenen Sonntage, die die vier Adventssonntage umfassen, dem Grundgesetz entsprechen.

"Für den HDE besteht kein Zweifel, dass die Berliner Regelung mit dem verfassungsmäßigen Schutz des Sonntags vereinbar ist", sagt Sanktjohanser. Die Praxis der vergangenen beiden Jahre habe zudem gezeigt, dass sich die Berliner Regelung bewährt hat.