Der Handelsverband HDE setzt sich vehement für den Erhalt des elektronischen Lastschriftverfahrens ein. Andernfalls drohten dem Einzelhandel Zusatzkosten in Millionenhöhe.

Das Bezahlen mit EC-Karte und Unterschrift sei aktuell vom einheitlichen europäischen Zahlungsraum SEPA bedroht, der ohne das bestehende elektronische Lastschriftverfahren umgesetzt werden soll, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

"Der deutsche Handel fordert, das bewährte Lastschriftverfahren zu erhalten. Es muss innerhalb von SEPA die Möglichkeit für nationale Lösungen geben", betonte Genth.

Das bestehende Verfahren werde nicht von den Banken betrieben und sei für sie daher unrentabel, sagte der HDE-Chef: "Deshalb versuchen die Kreditinstitute, das herkömmliche Lastschriftverfahren zu unterbinden."

120 bis 140 Millionen Euro an Zusatzkosten

Laut HDE müssten Handelsunternehmen beim Wegfall des Lastschriftverfahrens mit jährlichen Mehrkosten von 120 bis 140 Millionen Euro rechnen, da sie auf das kostenintensivere EC-Cash (EC-Karte plus Pin) umstellen müssten. Hier muss der Händler für jede Transaktion 0,3 Prozent des Einkaufswerts, mindestens aber acht Cent, an die Bank abführen.

Der Anteil des EC-Lastschriftverfahrens am Einzelhandelsumsatz (ohne Kfz, Mineralöl, Apotheken, Versandhandel) stieg 2009 leicht um 0,2 Prozent auf 12,2 Prozent an. Das zeigt eine neue Studie des EHI Retail Institute.