Eigentlich gibt es nur Erfolge Dank der Abwrackprämie. Für Kunden, den Autohandel und die Umwelt. Doch der Einzelhandelsverband lehnt diese Verkaufsförderung ab.

"Der Staat lenkt seit Jahresbegin die Konsummittel in den Autohandel um", wetterte Hubertus Pellengahr im "Handelsblatt". Die Subventionspolitik der Bundesregierung würde für "ärgerliche Marktverzerrungen" sorgen, klagt der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE).

Vergangene Woche hatte das Statistische Bundesamt (Destatis) die aktuellen Zahlen für den Einzelhandel bekannt gegeben. Demnach verringerte sich der Umsatz im Januar dieses Jahres gebengegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 1,2 Prozent und real um 1,3 Prozent.

Diese Daten beinhalten nicht die Zahlen aus dem Kfz-Einzelhandel, der seit der Einführung der Abwrackprämie für mindestens neun Jahre alte Autos einen regelrechten Kundenansturm erlebt. Besonders der angeschlagene Autobauer Opel bejubelte gute Verkaufszahlen.

Hinter der Branche liegen freilich bittere Zeiten: So hatte der Kfz-Umsatz im Dezember real um 8 Prozent unter Vorjahresniveau gelegen und im November um 15,2 Prozent.

Bundesbank klammert Autohandel-Bilanz aus

Die Deutsche Bundesbank wird künftig keine Einzelhandelsumsatzzahlen unter Einschluss der Kfz-Verkäufe mehr ausweisen. Für den klassischen Einzelhandel könnte das unangenehm werden, da die Bilanz möglicherweise deutlich schlechter ausfallen könnte.

Ein Bank-Sprecher begründete den Wegfall der Kfz-Zahlen mit der im Januar eingeführten EU-konformen Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008). Das Statistische Bundesamt (Destatis) trenne beim Kfz-Geschäft neuerdings nicht mehr zwischen Groß- und Einzelhandel, deshalb werde kein aggregierter Umsatzwert für den Einzelhandel mehr ausgewiesen, sagte der Sprecher.

Für die kommenden Monate ist dagegen wegen der Abwrackprämie mit einem starken Anstieg der Kfz-Verkäufe zu rechnen. Nach Mitteilung der Bundesbank stiegen die Kfz-Umsätze im Januar gegenüber dem Vormonat nominal um 4,1 Prozent. Reale Zahlen sollen erst Mitte des Monat im Zuge der Revision der Einzelhandelsdaten veröffentlicht werden.

dpa / Dow Jones