Hauptverband des Deutschen Einzelhandels korrigiert Umsatzprognose nach unten. Präsident Sanktjohanser fordert "mehr Netto vom Brutto".

Die Bilanz des ersten Halbjahres für den klassischen Einzelhandel fällt "leicht gedämpft" aus, sagte Josef Sanktjohanser auf einer Pressekonferenz in Berlin.  Das Konsumumfeld habe sich schwächer entwickelt als erwartet. "Die ursprünglich prognostizierte Rate von nominal plus zwei Prozent wird nur dann erreicht, wenn sich das Konsumklima deutlich aufhellt", betonte der HDE-Präsident. Das sei jedoch aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, so dass die Zielgröße für 2008 nun nominal bei plus 1,5 Prozent liege. Inflationsbereinigt bedeute dies ein Minus von rund einem Prozent.

Zusätzliche Steuereinnahmen zurückgeben

Im ersten Halbjahr wird der Anstieg der Einzelhandelspreise auf dem Niveau der Inflationsrate (rund 3 Prozent) liegen - trotz einer Steigerung der Großhandels-Preise von 6,9 Prozent (Januar bis Mai). "Das zeigt die Leistungsfähigkeit und den funktionierenden Wettbewerb im Einzelhandel", sagte der HDE-Präsident 

"Der Staat sollte den Steuerzahlern durch die Anhebung der Einkommensgrenzen beim Steuertarif zumindest das zurückgeben, was der Staat ihnen durch die kalte Progression raubt", forderte Sanktjohanser. "Es bliebe dann mehr Netto vom Brutto übrig".

Würden die zusätzlichen Steuereinnahmen den Verbrauchern vollständig zurückgegeben, könnte dies dem Einzelhandel ein Plus von rund zwei Milliarden Euro bescheren, rechnete der HDE-Chef vor. "Dieser halbe Prozentpunkt mehr Umsatz könnte dem Handel zum höchsten Wachstum seit Jahren verhelfen."