Im Dauertarifstreit setzt Verdi zunehmend auf Streiks. Das könnte für die Handelsunternehmen im beginnenden Weihnachtsgeschäft problematisch werden, fürchtet der Handelsverband.

Die Einzelhandelsbranche sorgt sich angesichts des andauernden Tarifkonflikts um sein Weihnachtsgeschäft. "Streiks vor Weihnachten schaden den Firmen, ihren Mitarbeitern und Kunden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes HDE, Stefan Genth, der "Bild"-Zeitung.

Im Tarifkonflikt, der auf regionaler Ebene geführt wird, gibt es seit Monaten kein Vorankommen. Zuletzt waren in der vergangenen Woche in Bayern und Hamburg Verhandlungen ohne konkrete Ergebnisse geblieben - mittlerweile in der jeweils fünften Runde. Derweil setzt die Gewerkschaft Verdi ihre Warnstreiks fort.

Manteltarifvertrag soll wieder gelten

Verdi fordert in den meisten Tarifgebieten 6,5 Prozent mehr Geld. Zudem soll der Manteltarifvertrag ohne Abstriche wieder in Kraft gesetzt werden. Die Arbeitgeber boten Anhebungen in zwei Stufen von 2,5 Prozent in diesem und 1,5 Prozent im nächsten Jahr an. Sie verknüpfen ihr Angebot aber mit Forderungen. Unter anderem wollen sie flexiblere Arbeitszeitregelungen durchsetzen. Mehrere Handelsriesen, wie etwa die Metro-Tochter Real, zahlen im Vorgriff bereits 2,5 Prozent mehr.

Im bayerischen Einzelhandel wurde noch nicht einmal ein neuer Termin für eine sechste Runde vereinbart. Es bleibe noch die Möglichkeit, dass in einem anderen Bundesland eine Lösung gefunden wird, auf deren Grundlage die Verhandlungen weitergehen könnten, hatte Verdi-Verhandlungsführer Hubert Thiermeyer am Donnerstag gesagt. "Ansonsten sind Streiks im Weihnachtsgeschäft nicht mehr auszuschließen."