Was als großer Branchenwettbewerb gut gemeint war, wird immer mehr zum PR-Desaster: Nun distanziert sich auch der Textildiscounter Kik vom Preis "Händler des Jahres 2011" - und will damit nicht mehr werben.

Das ging schnell: Auch der Textildiscounter hat festgestellt, dass die Kriterien des Wettbewerbes fragwürdig sind. Die Konsequenz: "Wir planen aktuell keine weiteren kundenbezogenen Werbeaktionen mit diesem Titel", teilt das Unternehmen auf Anfrage von derhandel.de mit. Freilich prangt das Logo mit dem Titel noch auf der Startseite des Unternehmens. "Kik ist Händler des Jahres 2011" wird dort weiterhin versichert.

Aber an den Wert dieser Abstimmung glaubt das Unternehmen selber nicht mehr. Bei der Kommunikation zu dem Titel habe Kik mit den Informationen gearbeitet, die das Unternehmen vom holländischen Marktforschungsinstitut Q&A Research & Consultancy zur Verfügung gestellt bekommen habe. "Allerdings waren uns die Detailwerte nicht bekannt", heißt es in der Kik-Stellungnahme weiter.

"Nicht optimale Kommunikation"

Die Redaktionen des TV-Magazins "Panorama - Die Reporter" wie auch derhandel.de hatten aufgedeckt, dass die stets verbreitete Zahl von 48.000 Konsumenten, die an dieser Abstimmung teilgenommen haben, lediglich die Gesamtmenge der Probanden dokumentiert.

Für die einzelnenen Unternehmen der insgesamt 24 Kategorien votierten viel weniger Verbraucher - und nicht stets 48.000. Kik räumte ein, dass "durch eine nicht optimale Kommunikation" dieser Eindruck bei den Verbrauchern habe entstehen konnte.

Mittlerweile hat sich der HDE von der Auszeichnung deutlich distanziert: Der Vertrag mit Q&A werde nicht mehr verlängert und laufe Ende des Jahres auf. Eine Sprecherin der ebenfalls ausgezeichneten Buchhandelskette Thalia sagte zu derhandel.de, das Unternehmen müsse "diese Auszeichnung neu bewerten".

Bisher liegt auf Anfrage von derhandel.de keine Antwort von Q&A vor, wie das Unternehmen die aktuelle Diskussion um den Handelswettbewerb einschätzt.