Internet of Things: Ein bisschen sehen die Gadgets von Morgen aus wie Spielzeug aus dem Kaugummi-Automaten. Sorgen aber womöglich alsbald für den Einkauf per Fingerschnipp
Internet of Things: Ein bisschen sehen die Gadgets von Morgen aus wie Spielzeug aus dem Kaugummi-Automaten. Sorgen aber womöglich alsbald für den Einkauf per Fingerschnipp
Ausgerechnet um die Ecke vom Christkindlemarkt in Nürnberg zeigt ein Shop von mobilcom-debitel mit einem interaktiven Schaufenster einen Blick in das SmartHome von morgen. Schöne neue Romantik. Doch das Internet of Things hält künftig noch weitaus faszinierendere Lösungen parat. So eigenartig uns manch eine Lösung heute noch erscheinen mag, so spannend sind – auch für den Handel – künftig die Signale und Daten, die jeder Konsument dabei hinterlässt.

 

So viel steht fest: 2015 überflügelt die Nutzung mobiler Endgeräte die Zeit, die wir vor dem Desktop hocken. Immer online, immer vernetzt. Das macht es all den neuen Lösungen leichter, in den Alltag einzudringen.

Home, SmartHome

Home, smart Home bei Mobilcom
Home, smart Home bei Mobilcom
Beispielsweise ins Wohnzimmer. Im Schaufenster des mobilcom-debitel Shops in Nürnberg in der Breite Gasse 43 steht davon eine Miniatur-Ausgabe. Dort ist eine typische Wohnsituation nachgestellt mit Stuhl, Heizung und Licht. Sogar eine Kamera ist installiert. Über ein Touchdisplay an der Schaufensterscheibe lassen sich Heizung, Licht und Kamera per App von außen steuern. Ziel ist es, Kunden das Thema Digital-Lifestyle näher zu bringen.

Steuert man die Heizung, verfärbt sich zum Beispiel das Fensterbild. Wird die Temperatur hochgedreht, wird die Heizung rot – und blau, wenn sie heruntergeregelt wird. Auch die Funktionsweise des Fensterkontakts lässt sich simulieren: Öffnet sich das Fenster, geht die Heizung aus. Wählt man die Kamera aus und steuert diese, sieht man, wie sich die Kamera an der Wohnzimmerdecke bewegt, und man kann sich im kleinen Wohnzimmer umsehen oder aus dem (Schau-)Fenster sehen. Auch das Licht lässt sich an- und ausschalten.

Das interaktive Fenster gibt es vorerst nur in Nürnberg. Die Testphase ist bis März geplant. Das Konzept hat die Hamburger Designagentur Preussisch Portugal entwickelt, die auch für die Gestaltung der grafischen Vorlagen verantwortlich zeichnet. Die Umsetzung, bestehend aus Hardwarebereitstellung, Integration der der Einzelkomponenten, Softwareprogrammierung und Content-Erstellung, erfolgte durch die TopRed Media GmbH. Ein verspieler Anfang.

Infografik: Internet of Things wird bis 2020 alltäglich | Statista
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Weitaus bekannter und weiter in Sachen SmartHome ist Nest, der Januar 2014 von Google für 3,2 Milliarden Dollar übernommene Hersteller vernetzter Thermostate. Das selbstlernende System regelt die Heizungstemperatur, abhängig davon, ob jemand zuhause ist oder nicht. Daten, an denen beispielsweise Logistiker Interesse haben könnten, um ihre Zustellung zu verbessern.

Vernetzte Mahlzeit

Wie ein Jux wirkt dagegen die Hapifork. Mit ihr kann man für knapp 100 Dollar seine Essgewohnheiten messen. Doch solche Zahlen könnten eines Tages Lebensmittelhersteller oder Lebensmittelhändler interessieren.


Leichter vorstellen kann man sich die Sinnhaftigkeit der vernetzten Oral B Zahnbürste, die die individuellen Putzgewohnheiten überwacht. Das interessiert womöglich den Zahnarzt, ganz sicher aber künftig die Versicherung, die vielleicht einen Bonus bietet, wenn Sie sich an bestimmte Vorgaben halten, die die Zahnbürsten-App überwacht.



Keine Zukunftsmusik: Die Generali Versicherung sorgte dieser Tage für Schlagzeilen, weil sie Fitness, Ernährung und Lebensstil per App kontrollieren möchte und die Kunden dazu mit Gutscheinen und Prämien animieren will. Schon jetzt bietet der Versicherer AXA eine App, die das Fahrverhalten misst. Spätere Prämien anhand von Beschleunigungsverhalten, Bremsverhalten und Kurvenverhalten sollte man da nicht ausschließen.

Body Analyzer

Beim Zähneputzen stehen Sie vielleicht auf der Body Analyzer-Waage von Whitings, die heute schont Gewicht, Körperfett, Herzfrequenz und Raumluftqualität misst und an eine App übermittelt – und vielleicht morgen schon an den Rewe-Shop, der Ihnen dann entsprechende Rezept-Tipps und Einkaufsvorschläge liefert.

Aktivitätskontrolle bieten heute schon allerlei Fitness-Armbänder und Smartwatches. Besonders schick – samt Schlafanalyse – wirkt dabei die Withings Activité.

Da geht noch mehr: Das Nymi-Armband vom kanadischen Hersteller Bionym erkennt seinen Besitzer beispielsweise an dessen individuellem Pulsschlag. Das soll Passworte und Schlüssel ersetzen, kann aber ebenso dazu dienen, zu überprüfen, wie entspannt der Nutzer ist und wie erholsam sein Schlaf war.

Vergleichweise spartanisch wirken da Armreife von Myo oder Ringe von Fin.

Die sollen vor allem die Gestensteuerung im SmartHome, am Smartphone oder Desktop erleichtern. Was das mit E-Commerce zu tun hat? Viel. Denn bald drücken wir nicht mehr den „Kauf-Knopf“, sondern bestellen die Ware per Fingerschnippen am Monitor. 

Vielleicht bestellen wir derart im Restaurant auch die Drohne mit den Getränken zu uns, die es bislang aber nur als eine Designstudie von Electrolux gibt. 

Intelligente Socken

Noch nicht von den Socken? Dann kaufen Sie doch Smart Socks. Die können auch ihre Bewegung messen.

Wenn solche Socken dann noch melden, welche Schuhgröße sie brauchen, anzeigen, wann sie durchgelaufen sind, dann freuen solche Signale auch den Modehandel und die Retourenabteilung.

Sensoria Fitness Shirt with Heart Rate Sensors from Sensoria Inc on Vimeo.

Demnächst: So interaktiv funkt es heute schon am Digitalen PoS