Nach der Rechnung nun die Rate: Einige Dienstleister haben ihr Online-Zahlungsportfolio um den Ratenkauf erweitert. Eine Auswahl.

Zufriedene Kunden, höhere Umsätze, bessere Wettbewerbsfähigkeit: Wenn ein Onlinehändler den Kauf auf Raten anbietet, kann das viele Vorteile haben. Es gibt inzwischen Anbieter, die – sehr zum Ärger der Banken ob der Konkurrenz – die Ratenzahlung für den Händler abwickeln und das Risiko übernehmen. Der Verkäufer bekommt die Summe sofort gutgeschrieben, der Zahlungsabwickler übernimmt die Bonitätsprüfung, die Zahlungsabwicklung und das Forderungsmanagement. Ein weiterer Vorteil: Es gibt keine Medienbrüche, der Kunde muss keinen Umweg zur Bank oder Post machen.

Billpay.de

Der Berliner Zahlungsdienst bedient knapp 10 Millionen Kunden und arbeitet eigenen Angaben zufolge mit mehr als 5.000 Handelspartnern zusammen. Neben Rechnung und Lastschrift kann der Händler mit "PayLater" über Billpay auch den Ratenkauf im Webshop anbieten. Die Gebühren sind abhängig von Branche, Transaktionsvolumen sowie Risikoklasse und Größe des Handelspartners. Wird rein nach Umsatz abgerechnet, liegen die Gebühren bei rund 2 bis 5 Prozent pro Transaktion. Wird alternativ eine Fixgebühr vereinbart, ist der pro Transaktion berechnete Prozentsatz geringer. Die Höhe der monatlichen Grundgebühr wird individuell mit Blick auf die gesamte Geschäftsverbindung vereinbart.

PayPal PLUS

Neben PayPal als Bezahloption bietet PayPal PLUS die Zahlung per Lastschrift, Kreditkarte und auf Rechnung. Die „Ratenzahlung Powered by PayPal“ wird über einen Zeitraum von 6, 12, 18 oder 24 Monaten angeboten. Sowohl für PayPal PLUS als auch für Ratenzahlung fallen Kosten ausschließlich auf Transaktionsbasis an. Eine monatliche Grundgebühr erhebt PayPal also nicht. Bei PayPal PLUS erhebt der Zahlungsdienstleister Gebühren je nach Umsatzhöhe zwischen 2,49 Prozent und 1,79 Prozent plus eine Transaktionsgebühr in Höhe von 0,35 Euro. Die Gebühren für die Ratenzahlung setzen sich ebenfalls aus einer variablen Gebühr und einem Fixbetrag sowie einer Ratenzahlungsgebühr zusammen. Die Händlergebühren werden individuell festgelegt. Die Höhe der Ratenzahlungsgebühr hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem dem Zinssatz und der Laufzeit, die der Händler seinen Kunden anbieten möchte.

Klarna.de

Klarna wurde 2005 in Stockholm gegründet. Gut 45 Millionen Onlineshopper nutzen inzwischen den Checkout der Klarna Group, den 65 000 Händler anbieten. Zu den Bezahlmöglichkeiten gehören der Kauf auf Rechnung, auch mit Zahlpause, Sofort Überweisung, MasterCard, Visa, American Express sowie Lastschriftverfahren oder Ratenkauf. Generell wird neben einer Einrichtungsgebühr eine monatliche Pauschale und eine Transaktionsgebühr für den Händler fällig. Die Preise sind unter anderem auch von dem jeweilig eingesetzten Shopsystem sowie von den Volumina des Händlers abhängig.

Payolution.com

Payolution bietet die Produkte Kauf auf Rechnung, gesammelter Monatsrechnung, Ratenzahlung und dem elektronischen Lastschriftverfahren (ELV). an. Als so genannte White-Label-Lösung übernimmt der Dienstleister die Zahlungsabwicklung und das Risikomanagement für den Händler – für den Kunden nicht sichtbar – im Hintergrund. Die Kosten für das jeweilige Produkt setzen sich aus dem Disagio, einer Transaktionsgebühr und nicht näher benannten sonstigen Kosten zusammen. Grund- oder Gebühren für abgelehnte Transaktionen gibt es nicht.

Ratepay.com

Ratepay ist ein 2009 gegründetes Unternehmen der Otto Group und bietet die Zahlungsarten Rechnungskauf, SEPA-Lastschrift, Vorkasse und Ratenzahlung an. Die Kosten variieren für jeden Onlinehändler, je nach Produkt und Segment des Onlineshops, und belaufen sich auf ein Disagio und eine Transaktionsgebühr. Eine Staffelung erfolgt nicht. Eine Grundgebühr erhebt Ratepay nicht. Aktuell zählt das Unternehmen rund 300 Onlineshops zu seinen Kunden.

Sybille Wilhelm

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