Künftig soll eine generelle Pflicht zur Ausweiskontrolle beim Alkoholverkauf im Handel gelten. Der "Aktionsplan zur Stärkung des Jugendschutzes" sieht auch Testkäufe vor.

Wenn Jugendliche Alkohol kaufen, sollen sie künftig generell ihren Ausweis an der Kasse vorzeigen. Darauf verständigte sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), mit dem Handelsverband Deutschland (HDE). 

Der "Aktionsplan zur Stärkung des Jugendschutzes" sieht auch Testkäufe durch jung aussehende Volljährige vor. An den Kassen des Lebensmittelhandels sol zudem ein Schild angebracht werden mit der Aufschrift: "Man sieht Ihnen Ihr Alter gar nicht an."

HDE: Kontrollieren statt verbieten

Weitere Maßnahmen sehen eine bessere Ausbildung des Verkaufspersonals vor, sowie Schulungen und Kundeninformationen. Kassenwarnsysteme und zusätzliche Kontrollen sollen die Implementierung im Handel sichern.

Ziel des Aktionsplanes sei es, den Jugendschutz zu stärken, sagte Dyckmanns in Berlin. Zwar ist der Verkauf von Alkohol an Kinder unter 16 Jahren und von Spirituosen an Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Oftmals wird von den Kassierern aber kein Ausweis verlangt.

"Aufklärung und Kontrolle funktionieren besser als Verkaufsverbote", sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser mit Blick auf das nächtliche Alkoholverkaufsverbot in Baden-Württemberg. Sanktjohanser appellierte auch an Gastronomie- Betriebe und Tankstellen, schärfer zu kontrollieren.