Kay Hafner darf weiter die Restrukturierung von Praktiker forcieren. Der Aufsichtsrat des Baumarktkonzerns hat ihm das Vertrauen geschenkt. Zunächst befristet.

Der Job als Vorstandsvorsitzender von Praktiker gilt als Schleudersitz, die Baumarktkette zu sanieren ist keine leichte Aufgabe. Kay Hafner übernahm im Frühjahr als Nachfolger des überraschend abgetretenen Thomas Fox befristet den Posten des Vorstandsvorsitzenden. In der Branche wurde gemunkelt, dass das ehemalige Aufsichtsratsmitglied den Job nur machen durfte, weil kein Baumarktprofi sich traute.

Hafners Vertrag lief nun aus - und wurde vom Aufsichtsrat um drei Monate verlängert. "Damit ist gewährleistet, dass die wesentlichen Weichenstellungen des Restrukturierungsprogramms in der derzeitigen Zusammensetzung  des Vorstands vorangetrieben werden", teilt der Aufsichtsratsvorsitzende Kersten von Schenck mit.

"Wir sind uns mit Kay Hafner darin einig, dass über ein langfristige Besetzung der Position des Vorstandsvorsitzenden erst mit dem erfolgreichen Abschluss der laufenden Finanzierungsverhandlungen als Voraussetzung für die weiteren Umsetzungsschritte entschieden wird", betonte von Schenck allerdings auch.

Dem Vorstand gehört weiterhin auch Markus Schürholz an - am 1. Oktober wird Thomas Heinitz dazustoßen.

Hafner war bei der turbulenten Praktiker-Hauptversammlung im Juli von der österreichischen Großaktionären Isabella de Krassny attackiert worden. Sie plädierte nicht nur auf dessen, sondern auch auf Ablösung von von Schenck.