Jede achte Unternehmensgründung im Jahr 2011 war im Handel. Die Frauen im Osten sind gründungswilliger als die im Westen, zeigt der aktuelle KfW-Gründungsmonitor.

Frauen in Deutschland gründen zwar noch immer nicht so häufig ein Unternehmen wie Männer, aber im vergangenen Jahr waren sie ihren männlichen Gründerkollegen besonders dicht auf den Fersen. Zu diesem Erfolg haben ostdeutsche Gründerinnen wesentlich beigetragen, wie aus dem Gründungsmonitor 2012 der KfW Bankengruppe hervorgeht.

Mit 42,5 Prozent verzeichneten die Frauen 2011 nicht nur den höchsten Anteil an Gründungen in Ostdeutschland seit der Jahrtausendwende, sondern übertrafen sogar ihre westdeutschen Gründerkolleginnen um 1,2 Prozentpunkte. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 wurde lediglich jedes dritte neue Unternehmen in den neuen Bundesländern von Frauen gegründet.

Männer gründen öfter

Nach KfW-Angaben lag der bundesweite Anteil der Frauen an den Gründern im vergangenen Jahr bei 41,5 Prozent. In der Hinsicht hat sich nicht viel getan in den vergangenen elf Jahren: Im Jahr 2000 lag der Frauenanteil bei den Gründern 40,1 Prozent. Bei Vollerwerbsgründungen betrug ihr Anteil im vergangenen Jahr 37,6 Prozent, bei Gründungen im Nebenerwerb 44,1 Prozent.  Männer stellten mit 58,5 Prozent unverändert das größte Gründerkontingent. Bei Vollerwerbsgründungen betrug ihr Anteil 62,4 Prozent, im Nebenerwerb 55,9 Prozent.

Im Jahr 2011 starteten laut KfW-Gründungsmonitor rund 835.000 Menschen in die Selbständigkeit, 101.000 weniger als im Jahr zuvor. Der Rückgang der Gründungsaktivität sei zum einen das Resultat der guten Arbeitsmarktlage,
so dass weniger Personen den Druck verspürten, den Schritt in die Selbstständigkeit
zu gehen. Zum anderen sei der Sog der zwar positiven, jedoch in der zweiten Jahreshälfte deutlich nachlassenden gesamtwirtschaftlichen Nachfrageentwicklung auf die Umsetzung von Gründungsplänen nicht mehr so stark wie im Jahr zuvor gewesen.

Handel beliebt bei Gründern

Frauen gründen demnach Unternehmen in allen Bereichen des Wirtschafslebens. Aufgrund höherer Bildungsabschlüsse starten Gründerinnen zunehmend auch in spezialisierten Beratungsdienstleistungen wie der Rechts- und Steuerberatung. Nach wie vor verdienen Frauen als Selbständige ihr Geld aber überwiegend in der Branche der so genannten persönlichen Dienstleistungen, wozu etwa der Bereich Bildung und Gesundheit gehört. Konkrete Beispiele sind Yogastudios, Kindertagesstätten und physiotherapeutischen Praxen.

Der Einzelhandel ist mit 12,3 Prozent aller Gründungen nach den "persönlichen Dienstleistungen" mit 37,3 Prozent und "wirtschaftlichen Dienstleistungen" mit 27,4 die beliebteste Branche der deutschen Jungunternehmer. Somit war jede achte Unternehmensgründung 2011 im Handel.