Vielleicht packen wir demnächst mit einem Augenblinzeln hinter unserer Datenbrille Google Glass den Warenkorb voll, womöglich schütteln wir den Einkauf mit der Smartwatch aus dem Handgelenk (Bezahlen kann man damit ja künftig schon mal via PayPal-App). Mindestens ebenso denkbar ist es, dass wir unseren Einkauf auf einem Holodeck ala Raumschiff Enterprise erledigen. Science Fiction? Nein. Wir zeigen spannende Lösungen für den Handel, die die Zukunft zur Gegenwart machen.


Tesco ganz virtuell in 3D

Tesco. Immer wieder Tesco. Die Handelskette gehörte zu den ersten Anbietern, die mit Einkäufen per QR-Code von der Plakatwand experimentierte. Ein flaches Einkaufsuniversum. Das Londoner Unternehmen Figure Digital hat für Tesco nun eine 3D-Welt entwickelt, mit der Kunden in einem virtuellen Supermarkt einkaufen können. Kunden setzen sich dazu eine Oculus Rift-Brille auf und können dann mit entsprechenden Kopfbewegungen zwischen den Regalen schlendern.

Tesco Pele VR (Virtual Reality) Experience - FIGURE digital from Junk Beam on Vimeo.

Holodeck von Metaio

Falls sich der Kunde dann doch mal von der Couch bequemt, kann die Realität da ja kaum noch mithalten. Die lässt sich aber mit einem Holodeck aufpeppen. Metaio experimentiert beispielsweise mit einer Holodeck-Technologie, mit der sich dank Lokalisierungsfunktionen und Bewegungssensoren im Handy virtuelle Welten via Smartphone-Kamera quasi auf die reale Umgebung projizieren lassen. Auf den Bildschirm schauend kann der Nutzer dann durch die künstliche Welt um ihn herum laufen.



Holoroom von Lowe

Wozu so etwas gut ist, dass zeigt Lowe. Der Möbelanbieter zeigt Kunden, wie ein Möbel in seiner eigenen Wohnung aussehen kann. Das erinnert ein wenig an die virtuellen Möglichkeiten der Ikea-App, mit der man Möbel aus dem Katalog via Smartphone- und Tablet-Display ein wenig mühsam in der eigenen Wohnung „platzieren“ konnte, geht aber noch einen Schritt weiter. Der sogenannte “Home Improvement Simulator” aus den Lowe Innovations Labs funktioniert in Verbindung mit einem "Holoroom", durch den dann die Nutzer mitsamt des Tablets spazieren und dabei die ausgewählten Möbel in extrem detaillierter Auflösung im Raum „erleben“ können. Kunden sollen dazu auf dem Tablet außerdem die eigenen Räume nachbauen können, um ein möglichst realistisches Bild zu erhalten. Erste Holorooms, die bei der maßstabsgerechten Darstellung helfen, will Lowe noch in diesem Jahr in Toronto testen. Doch letztlich muss man auch dafür nicht vor die Tür. Schließlich wird es eine App geben, mit der man dergleichen ähnlich gut auch daheim erkunden kann.




3D-Drucker für das Mini-Me

Oh, Sie hätten sich selbst gerne als originalgetreue 3D-Spielfigur? Dann fahren Sie doch zu Asda. Der britische Händler scannt Sie im Laden in ein paar Sekunden durch und liefert Ihnen nach ein paar Stunden eine Mini-Me-Ausgabe für 40 bis 60 Pfund – je nach Größe der Figur. Asda ist mit dem Service in seinen Läden auf Tour, bietet den 3D-Scan außerdem dauerhaft in Edingburgh an. Endlich mal wieder ein Grund, in den Supermarkt zu gehen. 



Drohnen als Kellner

Drohnen für den Paketversand sind ja fast schon ein alter Hut. Final Frontier ist hier vermutlich die Indoor-Drohne, die den Kellner ersetzt. Die Kellner-Drohne, die von Tisch zu Tisch fliegt, gibt es als Konzept des Nachwuchsdesigner Herman Haydin und nennt sich Yura. Vorgestellt wurde sie bei einem Design-Wettbewerb von Electrolux.



Der Coke-Kühlschrank, der sagt, was Sie trinken möchten

Deutlich handfester wirkt da ein Versuch von Coca-Cola mit einem Kühlschrank, der mit Hilfe von Microsoft Kinect Elemente wie Mobile, Gesichtserkennung und Social Media vereint. Je nach Alter, Geschlecht und Gemütslage soll der Kühlschrank beispielweise unterschiedliche Getränkevorschläge machen können, über einen Bildschirm zusätzliche Werbung Informationen anbieten oder einen Austausch mit dem eigenen Netzwerk ermöglichen (Selfie vor dem Cola-Automaten). Coca-Cola testet den Kühlschrank, der mit einer transparenten, digital bespielbaren Tür daherkommt, bereits in Atlanta, Tokio, London und Australien. Dabei wurden unterschiedliche Modelle erprobt, die mit der Agentur TKM9 entwickelt wurden. Microsoft hat dazu eine Case Study erstellt.  Ein Video vermittelt einen Eindruck einer frühen, abgespeckten Version in Australien für Jim Beam (Coca-Cola ist dort Lizenznehmer von Jim Beam).