Die Mieter des Büro- und Geschäftshauses "MA*" in der Frankfurt Innenstadt spenden Teile ihrer Nebenkosten an gemeinnützige Projekte der Region.

Als der Investor Ardi Goldman im vergangenen Jahr die frühere Diamantenbörse in Frankfurt zu dem Büro- und Geschäftshaus "MA*" umbaute, wollte er die Neustadt der Mainmetropole wiederbeleben. Das könnte ihm tatsächlich gelingen: MA* bedeutet auf Japanisch in etwa Zwischenraum, und den scheint der Immobilienentwickler gefunden zu haben. Neben den im MA* beheimateten acht neuen Läden finden zudem immer mehr kleine Geschäfte, Imbisse und Restaurants ihre Heimat in der totgeglaubten B-Lage, die parallel zur belebten Konsummeile Zeil zwischen Eschersheimer Turm und Konstablerwache liegt.

Als der Investor die Vermietungsverhandlungen führte, wollte er dann auch gleich noch die Welt ein bisschen besser machen. Quasi als "gute" Nebenkosten berechnet er je nach Größe der angemieteten Fläche Spenden für gemeinnützige Institutionen. "Mit wenig Geld kann man viel bewegen", erläuterte Goldman sein Konzept am Freitag in Frankfurt. "Je nach Größe der gemieteten Fläche betragen die Spenden-Nebenkosten 120, 240 oder 360 Euro jährlich. Das ist ja nicht die Welt, wenn man das monatlich umlegt".
 

Freiwillig aufgestockt

Angenommen wurde die Aktion offenbar gut: "Die Mieter haben über alles verhandelt, aber nicht über die Spenden. Vielleicht haben sie sich ja nicht getraut", sagte Goldman im Scherz. "Die meisten Mieter haben sogar freiwillig ihre monatlichen Nebenkosten um einen beträchtlichen Teil erhöht." Auch die eingeladenen "Zwangs-Spender", die Mieter, zeigten sich am Freitag begeistert von der Idee. Seit dem Start der Initiative zur Eröffnung des Büro- und Geschäftshauses im August 2013 hat das Projekt "MA* teilt" auf diese Weise 19.300 Euro Spendengelder eingesammelt – wenngleich die Hälfte dieser Summe auch von dem Investor selbst kommt, wie er einräumte. 

Foto: MA* teilt / Goldman Holding
Foto: MA* teilt / Goldman Holding
Die von dem Projekt profitierenden fünf gemeinnützigen Organisationen aus der Region Rhein-Main hat Ardi Goldman danach ausgewählt, dass kein großer Verwaltungsapparat die Spendengelder verschlingt, sondern "die Vereine greifbar sind und das Geld fast zu 100 Prozent auch bei denen ankommt, die es brauchen", wie er es ausdrückte.

Von den "sozialen" Nebenkosten profitieren zu gleichen Teilen die Kinderhilfe Arche Frankfurt, die AIDSHilfe Frankfurt, das Wiesbadener Kinderhospiz Bärenherz, das Frankfurter Kinderbüro, das Eltern und Kinder bei ihren Anliegen mit den Behörden unterstützt, sowie der Franziskustreff, der obdachlosen Menschen hilft.