Unter Federführung des Handelsverbandes Deutschland startet im Herbst eine Imagekampagne für den deutschen Einzelhandel. Dabei sollen echte Mitarbeiter als Handelsbotschafter wirken.

Eine Million Euro lässt sich der Handelsverband Deutschland (HDE) eine Image-Kampagne für die Handelsbranche kosten, die im Herbst gestartet wird. Das Geld kommt nach Informationen von Der Handel aus einem kleinen Kreis von potenten Mitgliedern des Verbandes.

Die Kampagne soll nach dem Vorbild einer ähnlichen Aktion des Handwerks die Öffentlichkeit für die Vorzüge des Einzelhandels als Wirtschaftsfaktor sensibilisieren und auf Plakaten, im Internet und in Publikumsmedien zu sehen sein.

Im Zentrum der Informationsmaßnahmen mit dem Slogan "Alles fürs Leben" sollen reale Handelsmitarbeiter als "Testimonials" stehen. Unternehmen und Mitarbeiter können nun im Einzelhandel tätige Personen als solche "Gesichter des Handels" vorschlagen.

Begrenzte Geldmittel

Damit will der HDE dem schlechten Image des Einzelhandels entgegenwirken, das in der letzten Zeit durch einige Skandale, etwa um die Überwachung von Mitarbeitern, gelitten hat.

Doch einen entscheidenden Unterschied zu der Handwerker-Kampagne gibt es: Für seine Kampagne "Die Wirtschaftsmacht von nebenan" hatte der Deutsche Handwerkskammertag fast das Zehnfache an Geld zur Verfügung.

So kritisieren Experten, dass die Mittel für die Handels-Kampagne zu gering seien. Doch in der Lebensmittel Zeitung betont HDE-Kommunikationschef Kai Falk, die Million sei eine Art "Anschubfinanzierung" für die Kampagne, der Verband werde um weitere Mittel werben.

Zuständig für die Kampagne ist die Berliner Agentur Blumberry, die erst im März 2011 gegründet wurde. Die Agentur ist eine Tochter von Commarco, dem Mutterkonzern der bekannten Kreativschmiede Scholz & Friends.