Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts trüben die Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Demnach war der Start ins letzte Quartal für den Einzelhandel ernüchternd.

Die deutschen Einzelhändler hatten einen schwachen Start ins Schlussquartal 2013. Im Oktober setzten sie 0,4 Prozent weniger um als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Real, also preisbereinigt, gaben die Erlöse sogar um 0,8 Prozent nach. Die Branche sieht sich aber auf Kurs und erwartet, dass die Kassen im Weihnachtsgeschäft kräftig klingeln. Die Stimmung der Verbraucher ist derzeit so gut wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr.

Verglichen mit dem Oktober 2012 erhöhten sich die Umsätze nominal um 0,8 Prozent, real sanken sie jedoch um 0,2 Prozent. Angesichts des starken Vorjahresmonats seien die Zahlen nicht schlecht, sagte ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE): "Wir liegen im Korridor unserer Jahresprognose." Für das Gesamtjahr rechnet der HDE mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent auf rund 434 Milliarden Euro.

Zu Weihnachten höhere Ausgaben als zuvor

Im Weihnachtsgeschäft erwartet die Branche einen Umsatzanstieg von 1,2 Prozent auf 80,6 Milliarden Euro. Die Erlöse im Einzelhandel liegen in den beiden letzten Monaten des Jahres um rund 15 Prozent, in einzelnen Segmenten sogar um bis zu 100 Prozent über dem Durchschnitt der anderen Monate. Spielwarenhändler etwa machen fast 30 Prozent, Buchhändler rund ein Viertel ihres Umsatzes in den letzten beiden Monaten des Jahres.

Nach Angaben des Marktforschungsinstituts GfK sind die Verbraucher vor dem Fest in diesem Jahr so ausgabefreudig wie seit langem nicht mehr. Im November machten sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen der Befragten einen Sprung nach oben. Das färbt auch auf das Weihnachtsgeschäft ab: Neun von zehn Menschen wollen zum Fest Präsente verschenken - und dafür im Schnitt 288 Euro ausgeben. Das sind drei Euro oder ein Prozent mehr als 2012.