Die Konjunkturkrise hat den drei großen börsennotierten Handelskonzernen nicht wirklich geschadet. Metro, Arcandor und Douglas sind ohne Umsatzeinbrüche durch das Weihnachtsquartal gekommen.

Alle drei Unternehmen verbuchten in der für den Einzelhandel wichtigen Periode leicht steigende Erlöse. Doch die Vorzeichen für die kommenden Quartale sind alles andere als rosig. Denn mit der Finanzkrise fällt das Auslandsgeschäft als Wachstumsgarant weg.

"Wir stellen uns darauf ein, dass wir in Deutschland erstmal mehr wachsen werden als im Ausland", sagte der Vorstandschef der Douglas Holding, Henning Kreke, am Mittwoch in Düsseldorf.

Der Hagener Konzern, zu dem neben den gleichnamigen Parfümerien die Thalia-Buchhandlungen, Christ-Juweliergeschäfte, AppelrathCüpper- Modehäuser sowie die Süßwarenkette Hussel gehören, verbuchte in den Monaten Oktober bis Dezember ein Umsatzplus von rund vier Prozent auf über 1,1 Milliarden Euro - allerdings nur durch die Eröffnung neuer Filialen.

Metro mit Weihnachtsgeschäft zufrieden

Bei dem stark auf die internationalen Märkte konzentrierten Düsseldorfer Handelskonzern Metro flachte das Wachstum im Ausland ebenfalls ab. Selbst in den sonst boomenden Märkten liefen die Geschäfte schlechter.

Mit dem Weihnachtsgeschäft in Deutschland zeigte sich Metro-Chef Eckhard Cordes allerdings insgesamt zufrieden: Der deutsche Markt wuchs im Schlussquartal um 2,1 Prozent. Gefragt seien vor allem Elektronikartikel wie Spielkonsolen, Notebooks oder Fernseher gewesen, hieß es.

Minimales Plus für Karstadt

Noch-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff berichtete ebenfalls von einem stabilen Weihnachtsquartal. Die derzeit stark schlingernden Karstadt-Warenhäuser erzielten ein minimales Umsatzplus von 0,1 Prozent. Damit schnitten sie aber noch besser ab als die Metro-Tochter Kaufhof, die ein Minus von 0,6 Prozent vermelden musste.

Für das Jahr 2009 rechnen die Konzerne mit einem scharfen Gegenwind angesichts der europaweit ächzenden Volkswirtschaften. Metro dampfte sein Investitionsbudget kräftig ein und stellt seine Kostenstruktur auf den Prüfstand. Auch Douglas kündigte an, deutlich weniger Filialen eröffnen zu wollen als noch vor einem Jahr.

Douglas-Chef optimistisch

Ganz so düster wie viele Handelsexperten sieht Douglas-Chef Kreke das Jahr 2009 für den Handel aber nicht: "Wir glauben fest daran, dass sich die Verbraucher auch 2009 noch einen Hauch von Luxus gönnen möchten."

Dabei setzt der Konzern vor allem auf die hiesigen Konsumenten, denn noch immer kommen zwei Drittel der Erlöse aus Deutschland. Kritikern, die eine schnellere Auslandsexpansion gefordert hatten, sagte Kreke: "Wir sind jetzt froh, dass wir nicht alles auf eine Karte gesetzt haben."