Ein starker Start ins neue Jahr. So lesen sich die Quartalszahlen des Statistischen Bundesamtes für die Handelsbranche. Freilich müssen die Werte differenziert betrachtet werden.

Zuletzt klagte der Handelsverband Deutschland noch, dass die Kauflust der Deutschen kaum im Einzelhandel ankomme. Doch die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lassen einen anderen Schluss zu, wenngleich die Werte unterschiedliche Interpretationen zulassen.

Zwar lief das erste Quartal für die Branche gut. Von Januar bis März setzte der Einzelhandel preisbereinigt (real) 3,6 Prozent und nominal 2,9 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum, wie die Statistiker mitteilen. Im Monat März lag der Umsatz real um 3,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, nominal waren es 3,2 Prozent.

Allerdings sanken die Erlöse im Vergleich zum Februar überraschend deutlich um real 2,3 Prozent (nominal waren es 1,8 Prozent weniger). Analysten hatten mit einem Zuwachs um 0,5 Prozent gerechnet.

"Solides Plus"

Trotz des Rückgangs im Monatsvergleich lagen die durchschnittlichen Monatsumsätze im ersten Quartal um 0,8 Prozent über dem Niveau des Schlussquartals 2014, wie Ökonom Christian Schulz vom Bankhaus Berenberg betonte: "Das deutet auf ein solides Plus des privaten Konsums hin und stützt unsere Prognose, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Vierteljahr um 0,6 Prozent zum Vorquartal gewachsen sein dürfte."

Die einzelnen Handelsbranchen im Überblick: Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im März 2015 real 2,5 Prozent und nominal 2,7 Prozent mehr um als im März 2014. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real um 2,6 Prozent und nominal um 2,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde real 0,1 Prozent und nominal 1,1 Prozent mehr umgesetzt als im März 2014.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln lagen die Umsätze real 4,4 Prozent und nominal 4,1 Prozent über den Werten des Vorjahresmonats. Darunter erzielte der Internet- und Versandhandel Zuwachsraten von real 11,5 Prozent und nominal 11,1 Prozent.