Der Handelsverband HDE kritisiert die geplante Internetplattform "Klarheit und Wahrheit" des Bundesverbraucherministeriums. Das Portal soll Missstände der Lebensmittelwirtschaft öffentlich machen.

"Mehr Transparenz und Information für die Verbraucher - das unterstützen wir. Doch das geplante Internetportal trägt nicht zu ‚Klarheit und Wahrheit' bei, sondern stellt Unternehmen und Produkte an den Pranger", sagte an diesem Freitag in Berlin Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE.

"Wir befürchten, dass Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft und Produkte im Netz an den Pranger gestellt werden. Denn es ist geplant, schon bei dem subjektiven Empfinden Einzelner, das mit einem Produkt oder einem Hersteller etwas nicht stimmen könnte, eine Netz-Öffentlichkeit herzustellen", kritisierte Genth.

Nach den aktuellen Plänen des Ministeriums würden Unternehmen, Marken und Märkte in dem Internetportal mit staatlicher Legitimation zur Diskussion gestellt und möglicherweise zu Unrecht in ihrem Ansehen beschädigt, warnte der Hauptgeschäftsführer.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erklärte, das Portal Klarheit und Wahrheit soll zum "fairen und sachbezogenen Dialog zwischen Wirtschaft und Verbrauchern" führen. Das Ministerium fördert den Aufbau der neuen Plattform der Verbraucherzentralen.