Zwischen Handelsverband HDE und Verbraucherministerium ist ein bizarrer Streit entbrannt. Es geht um den Verkauf von Analogkäse und Schinkenersatz.

In einer Presseerklärung mit der Überschrift "Schummel-Aigner zu Mogel-Schinken" weist der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) Vorwürfe der Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner empört zurück, wonach der Handel ungekennzeichnete Produkte mit Schinkenersatz und Käseimitat verkaufen würde.

"Frau Aigner weiß es besser: Im Einzelhandel steht immer drauf, was drin ist", sagt der HDE-Lebensmittelexperte Franz-Martin Rausch.

Beim Analog- oder Kunstkäse wird statt aus Milch hergestelltem Käse eine Mischung verwendet, die zumeist aus Pflanzenfett, Wasser, Eiweißpulver und Aromen besteht. Beim sogenannten Schinkenersatz wird Formfleisch verwendet, in dem einige Schinkenstücke in schnittfestem Stärkegel stecken.

"Ein Problem der Gastronomie"

"Für die Deklaration von Produkten gibt es klare Regeln, an die sich der Handel hält. Darauf können sich die Kunden verlassen", betonte HDE-Mann Rausch. Dies sei auch keine Frage des Preises.

Mogelschinken und Analogkäse sind kein Problem des Einzelhandels, sondern der Gastronomie, sagte Rausch. "Schummeleien schaden der gesamten Lebensmittelwirtschaft - dagegen sollte die Ministerin vorgehen", forderte er.

Verbraucherministerin Aigner hatte den Einzelhandel öffentlich davor gewarnt, die Konsumenten irrezuführen. "Wo Schinken draufsteht, da muss auch Schinken drin sein", sagte die CSU-Politikerin.