Nach dem heftigen Führungsstreit beim Handelskonzern Metro räumt Großaktionär Haniel erstmals Fehler ein - und bemüht sich um Schadensbegrenzung.

"Aus heutiger Sicht wäre es in der Tat klüger gewesen, schneller einzugreifen, das gebe ich zu", sagte Clanchef Franz Markus Haniel im Interview mit der Zeitung "Financial Times Deutschland".

Nach der wochenlangen Debatte um die Zukunft von Eckhard Cordes hatte die Familie Haniel dem Metro-Vorstandsvorsitzenden Rückendeckung für eine Verlängerung seines Vertrages über Oktober 2012 hinaus gegeben.

Bei der überraschenden Entscheidung zugunsten von Cordes half dem 60-jährigen Manager die ergebnislose Suche nach einem Nachfolger. "Am Ende hat die Familie eine Entscheidung getroffen, die sie in der Sache für richtig hält. Und dabei spielt auch die Beurteilung der Nachfolgesituation keine unwesentliche Rolle", schilderte Haniel.

"Handelsprofi mit Potenzial zum Vorstandschef" gesucht

Nach Darstellung von Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Kluge wird weiter nach einem Handelsprofi mit dem Potenzial zum Vorstandschef Ausschau gehalten: "Die Suche läuft - in Abstimmung mit Herrn Cordes", sagte er zu den älteren Überlegungen, den Metro-Vorstand zu verstärken.

Die ganze Aufregung um den Vorstandsvorsitz bei der Metro AG sei wenig hilfreich gewesen, sie habe die Beteiligten beschädigt, räumten Haniel und Kluge ein.

Der Haniel-Clan mit rund 700 Mitgliedern ist mit 34,2 Prozent der größte Einzelaktionär bei Metro. Haniel und die Familie Schmidt-Ruthenbeck besitzen zusammen die Mehrheit an Metro.

Der Rückhalt der Familien gilt als wichtiges Signal für den Metro-Aufsichtsrat, der frühestens im November über eine Vertragsverlängerung entscheiden kann. Kluge ließ offen, um wie viele Jahre der Vertrag von Cordes verlängert werden soll.