Für den Vorstandschef des Handelskonzerns Metro wird eine Verlängerung seines Vertrags immer unwahrscheinlicher: Laut "Der Spiegel" hat sich nun auch Großaktionär Haniel gegen Eckhard Cordes ausgesprochen.

Laut dem Nachrichtenmagazin, das "Kreise der Aktionärsfamilie" zitiert, hat nun Franz M. Haniel als Vertreter der Aktionärsfamilie Haniel Cordes in einem persönlichen Gespräch klargemacht, dass er bei einer Vertragsverlängerung "nicht mit Unterstützung" rechnen könne.

Man habe Cordes nahegelegt, noch im September eine Entscheidung zu treffen und von sich aus auf den Vorstandsposten zu verzichten. Damit wolle man ihm einen "würdigen Abgang" ermöglichen.

Ein Konzernsprecher sagte dazu auf dpa-Anfrage, es werde in der Frage auch weiterhin keinen Kommentar geben. Das gelte bis zur Aufsichtsratssitzung im November. Dann werde voraussichtlich eine Entscheidung fallen.

Ein Konzernchef unter Beschuss

Cordes steht von mehreren Seiten unter Beschuss, auch wegen seiner Beteiligung an der Unterhaltungselektronik-Kette Media-Saturn. Minderheitsaktionär und Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals hatte im Dauerstreit mit Cordes bereits dessen Rückzug gefordert.

Auch in Aufsichtsratskreisen gilt eine Vertragsverlängerung nicht als sicher. Vertreter der Arbeitnehmer kritisieren das rigide Sparprogramm "Shape 2012" des Konzernchefs mit massiven Stellenabbau weltweit. Die versprochene Trennung von Aktivitäten außerhalb des Kernbereichs konnte Cordes bisher nicht umsetzten.

Die Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck halten die Mehrheit an Metro. Cordes hatte in der Vergangenheit bisher betont, er werde kämpfen.