Um seinen Schuldenberg abzubauen, verkauft der Familienkonzern Haniel einen Anteil seiner Aktien der Stuttgarter Takkt AG. Damit will der Konzern Spielraum für neue Beteiligungen gewinnen.

Foto: Takkt
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Der Familienkonzern Haniel will eine weitere Unternehmensbeteiligung reduzieren, um seinen Schuldenberg abzubauen: Der Verkauf von Aktien am Büroausstatter Takkt soll Millionen in die klammen Kassen spülen. Nach der Haniel-Ankündigung von Montagabend ging die Takkt-Aktie am Dienstag an der Börse auf Talfahrt und verlor in der Spitze zeitweise mehr als zehn Prozent. Die Papiere des Büroausstatters waren damit schwächster Wert im Aktienindex SDax.
 

Spielraum für neue Beteiligungen

 Haniel hatte zuvor angekündigt, seinen Anteil an der Stuttgarter Takkt AG von 70,44 auf bis zu 50,01 Prozent reduzieren zu wollen. Die bis zu 13,4 Millionen Takkt-Aktien sollen bei einem geeigneten Marktumfeld bei institutionellen Anlegern platziert werden. Gemessen am Schlusskurs von Montag hätte der Verkauf rund 172 Millionen Euro für Haniel gebracht. 

 

Mit dem Abbau des Schuldenbergs will Haniel wieder Spielraum für neue Beteiligungen an jungen und innovativen Unternehmen gewinnen. Im Jahr 2007 hatte Haniel seinen Anteil an dem Handelskonzern Metro von damals 18 auf 34 Prozent aufgestockt und sich dafür mit rund drei Milliarden Euro verschuldet. Die Hoffnung, dass sich das Großinvestment durch den anschließenden Verkauf von Unternehmensteilen finanziell rechnen würde, erfüllte sich nicht. Zudem sank der Metro-Aktienkurs.

   

Um den Schuldenabbau voranzutreiben, verkaufte Haniel dieses Jahr trotz schwachem Aktienkurs einen Teil seines Metro-Aktienpakets. Auch ein Teil des Pakets am Pharmahändler Celesio wurde versilbert. Seit 2007 wurde der Schuldenberg von 3,7 auf aktuell 1,9 Milliarden Euro abgetragen.