Der Mischkonzern Haniel hat im vergangenen Jahr einen Umsatz- und Ergebniseinbruch verbucht. Für 2010 ist der neue Chef "vorsichtig optimistisch" und sucht nach neuen Geschäftsfeldern.

Der Familienkonzern Haniel will unter seinem neuen Chef Jürgen Kluge wieder auf Einkaufstour gehen. Trotz eines Ergebniseinbruchs im zurückliegenden Geschäftsjahr 2009 arbeite das Unternehmen derzeit daran, im Rahmen einer Strategie "Haniel 2020" zukunftsträchtige Geschäftsfelder zu identifizieren, kündigte Kluge am Montag bei der Bilanzvorlage in Duisburg an.

Aus rund 200 Unternehmen will Haniel nach einer Prüfung bis zu vier oder fünf Kandidaten für einen Kauf herausfiltern. Dabei will der Konzern weiter das Prinzip verfolgen, kleine Unternehmen zu stärken und zu professionalisieren. Geplant ist, das Investitionsvolumen von rund 600 Millionen Euro im Jahr 2009 künftig wieder auf die "Größenordnung von einer Milliarde Euro" zu erhöhen.

Über einen Abbau der Metro-Beteiligung werde derzeit jedoch nicht nachgedacht, sagte Kluge. Haniel ist derzeit mit einem Anteil von rund 34 Prozent größter Einzelaktionär des Düsseldorfer Handelsriesen. Kluge hatte den Vorstandsvorsitz bei Haniel zum Jahreswechsel von Metro-Chef Eckhard Cordes übernommen.

Vorsichtig optimistisch für 2010

Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2009 hatte Haniel noch einen deutlichen Ergebniseinbruch hinnehmen müssen. Für das laufende Geschäftsjahr 2010 zeigte sich Kluge jedoch "vorsichtig optimistisch".

Im zurückliegenden Jahr war das operative Ergebnis um 47 Prozent auf 289 Millionen Euro zurückgegangen. Das Ergebnis nach Steuern sank sogar um 87 Prozent auf 17 Millionen Euro. Der Ertrag aus der Metro-Beteiligung ging um 33 Prozent auf 105 Millionen Euro zurück. Beim Konzernumsatz musste das Unternehmen ein Minus um fünf Prozent auf 24,5 Milliarden Euro verbuchen.

Ergebnisrückgänge von über 50 Prozent

Beim Pharmagroßhändler Celesio, dem mit großen Abstand wichtigsten Geschäftsfeld, musste Haniel einen vergleichsweise moderaten Rückgang des operativen Ergebnisses um 17 Prozent auf 223 Millionen Euro verzeichnen.

Deutlich schlechter lief das Geschäft bei den anderen Beteiligungen CWS-Boco (Waschraumhygiene und Mietkleidung), ELG (Edelstahlrecycling) und Takkt (Büroartikel), bei denen Haniel jeweils Rückgänge beim operativen Ergebnis von deutlich mehr als 50 Prozent hinnehmen musste.