Bahnreisende, die sich in Hannover ein Bier für die Fahrt kaufen wollen, haben dort an den Wochenenden Pech. Am Bahnhof der Stadt wird vorerst kein Alkohol verkauft. Die Händler unterstützen das Experiment.

Schnell noch nachts auf dem Bahnhof ein Sixpack Bier holen - das gilt in Hannover nicht mehr. Zumindest nicht von Freitag bis Sonntag. Seit dem vergangenen Wochenende läuft ein außergewöhnlicher Test in der niedersächsischen Landeshauptstadt: Von Freitag, 22 Uhr, bis Sonntag, sechs Uhr, gibt es auf dem Bahnhof keinen Alkohol zum Mitnehmen zu kaufen.

Drei Monate lang wollen Stadtverwaltung und Polizei testen, ob der Verkaufsstopp einen Rückgang der Kriminalität in Bahnhofsnähe zur Folge hat. Alle Händler am Bahnhof beteiligen sich an dieser freiwilligen Aktion.

Laut der Zeitung "Hannoversche Allgemeine" verlief der Start der Testphase allerdings holprig, weil die Kunden nicht über einheitliche Schilder informiert worden seien. Viele Händler hätten sich mit provisorischen Eigenanfertigungen beholfen.

Behörden freuen sich über den Start

Laut der Hannover-Ausgabe der "Bild"-Zeitung registriere die Polizei der Stadt jährlich rund 750 Straftaten in Bahnhofsnähe. In vielen Fällen sei dabei Alkohol im Spiel gewesen. Der Start in die Testphase ist für die Behörden bereits ein Erfolg: Laut Bundespolizei sei am vergangenen Wochenende die Zahl der Straftaten bereits zurückgegangen - trotz des Beginns des traditionellen "Schützenfestes", einem großen Volksfest.

Für Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil ist die alkoholfreie Testphase "ein starkes Signal gegen die Auswüchse des Alkoholkonsums". Das Stadtoberhaupt lobte besonders das Verständnis der teilnehmenden Unternehmen. Auf dem Hauptbahnhof gibt es 47 Geschäfte und Gastronomiebetriebe.