„Es geht darum, über Technologie und digitale Informationen das reale Leben der Menschen zu erleichtern“, forderte Stephan Theiß, Geschäftsführer von Gelbe Seiten Marketing, jüngst in etailment. Location Based Services, so die Hoffnung, könnten den stationären Handel stärken, um nicht vom E-Commerce überrollt zu werden. Doch auch andere mobile Lösungen und virtuelle Optionen geben dem Handel neue Hilfen an die Hand. etailment stellt 6 vielversprechende Lösungen vor. 


Shoppen im Büro

Ihr Arbeitgeber wird sich vermutlich bedanken, wenn plötzlich Lieferanten in Serie mit Obst, Gemüse und Wasserkästen durchs Haus rennen, um den Mitarbeitern die Wochenend-Einkäufe zu bringen. Dennoch hat die Einkaufs-App Mall2Go von T-Systems einen gewissen Charme. Derzeit testet der Konzern die App, mit der die Mitarbeiter Lebensmittel mobil bestellen und am gleichen Tag an den Schreibtisch liefern lassen können. An die Multi-Shop-Plattform können unterschiedliche stationäre Einzelhändler andocken. 
Mobilbranche stellt die Lösung vor.


Pizza virtuell belegen


Pizza am Tisch virtuell selbst belegen. Diese Lösung der Chaotic Moon Studios schaut sich Pizza Hut an. Über einen Touchscreen auf der Tischoberfläche können Kunden Salami, Pilze, Artischocken und so weiter auf ihre Wunschpizza packen, direkt bestellen und dann per Smartphone zahlen.

Pizza Hut + Chaotic Moon Studios Interactive Concept Table



Kunden beschatten


Das klingt ein bisschen spooky: Die New Yorker Digital-Agentur Rounded will über die eindeutige Mac-Adresse von Smartphones und eine App namens Density ermitteln, in welchem Geschäft sich der Kunde vorher aufgehalten hat oder in welches er womöglich danach geht. Damit sich das lohnt, müssen die Händler kooperieren. Schöne Aussichten für Werbung und so. Locationinsider kennt Details. 



ProSiebenSat.1 schiebt Shopkick an

Kunden vor dem Schaufenster oder am Regal per Beacon-Stationen im Laden mittels Bluetooth-Low Energy Bonuspunkte, Rabatte, Coupons oder auch nur Werbung aufs Handy zu beamen, wird gerade zum Rettungsanker für den stationären Handel hochgejazzt. Etliche App-Anbieter wittern da das große Geschäft. Die womöglich besten Startchancen hat da Shopkick.
Das Start-up hat in den USA bereits über 6 Millionen Mitglieder und kooperiert unter anderem mit Macy’s, Best Buy und JCPenney, hat also ordentlich Erfahrungen gesammelt. ProSiebenSat.1 bringt Shopkick nun nach Deutschland, hat sich mit einem einstelligen Millionenbetrag an der Shopping-App beteiligt.


Yapital als Kasse

Kapital Yapital launcht eine App eigens für Business-Kunden. Damit erhalten auch kleinere Händler und Dienstleister wie Friseure, Kioskbesitzer oder Taxifahrer die Möglichkeit, ihren Kunden Bezahlen mit dem Smartphone anzubieten. Dazu wird dann kein Kassensystem, sondern nur ein Smartphone oder ein Tablet-PC benötigt. Die Yapital-Business-App generiert auf dem Display des geschäftseigenen Endgerätes einen QR-Code, der mit einer Referenz hinterlegt ist, über die die Zahlung abwickelt wird. Der Kunde scannt den QR-Code mit der eigenen Yapital-App auf dem Smartphone, mit einem Klick auf „Bestätigen“ sind Haarschnitt, Zeitschrift oder Stadtfahrt bezahlt.

Licht statt Beacon?

Sind Beacons wirklich der Weisheit letzter Schluss, um dem Kunden ein Leuchtfeuer an Nachrichten auf das Handy zu „funken“? Vielleicht nicht. Philipps testet ein System mit LED-Lichtsignalen. Das sieht - zumindest als InStore-Lösung - sehr interessant aus. Aber was, wenn das iPhone in der Tasche steckt? Ist mit schleierhaft, aber ich war in Physik auch ein Niete. Vielleicht verstehen Sie mehr von dem Prinzip, das The Verge erklärt.