Im Gezerre um die Macht beim Weinhändler Hawesko ist der Mann unterlegen, der das Unternehmen seit Jahrzehnten geführt hat. Alexander Margaritoff wird sich zurückziehen - zugunsten von Großaktionär Meyer.

Der Machtkampf um die künftige Ausrichtung des Weinhändlers Hawesko ist entschieden. Vorstandschef Alexander Margaritoff werde zum 30. Juni sein Amt niederlegen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Zudem werde Margaritoff seine Anteile von rund 30 Prozent an den Hawesko-Aufseher und Großaktionär Detlev Meyer und dessen Holding Tocos verkaufen.

"Vorstand und Aufsichtsrat bedauern diesen Entschluss", hieß es in einer Mitteilung der Firma. Als Gründe für seinen Rückzug habe Margaritoff "unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Strategie und Art der Unternehmensführung" zwischen ihm und Meyer angegeben.

Er werde sich vollständig aus dem Unternehmen zurückziehen, erklärte Margaritoff. Der Manager hatte Hawesko 1981 von seinem Vater übernommen und zu einem der führenden Weinhändler Europas entwickelt.

Hauptversammlung abgesagt

Zuletzt hatte Hawesko mit einem Übernahmekampf Aufsehen erregt. Großaktionär Meyer - seine Holding Tocos verfügte nach eigenen Angaben bereits über mehr als ein Drittel des Grundkapitals - unterbreitete für Hawesko ein Übernahmeangebot und bot dabei 40 Euro je Aktie. Dies aber lehnte der Vorstand ab. Eine für den 26. Januar geplante Hauptversammlung, auf der Meyers Angebot erörtert werden sollte, sei nun abgesagt worden, teilte das Unternehmen mit.

Meyer erklärte, er begrüße es, dass Margaritoff sein Angebot annehmen wird. Dadurch würden "eindeutige Eigentümerverhältnisse und damit die Voraussetzungen für die zukünftige Ausrichtung von Hawesko geschaffen".

Der Hawesko-Konzern ist in den drei Geschäftsfeldern Versandhandel, Groß- und Einzelhandel tätig. Zu dem Unternehmen gehört auch die Filialkette Jacques' Wein-Depot mit 284 Niederlassungen in Deutschland und 2 in Österreich. Der Konzernumsatz soll 2014 bei rund 465 Millionen Euro liegen, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen bei 24 bis 25 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt 925 Mitarbeiter.