Der Mann ist ein Händler, der Tradition und Moderne vereint. Genau so einen Unternehmer braucht der Buchhandel. Heinrich Riethmüller ist neuer Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

In einem Interview mit Der Handel hat Heinrich Riethmüller einmal gesagt, dass der Buchhandel sein Gesicht nicht verlieren dürfe. Für den Inhaber und Geschäftsführer der Osianderschen Buchhandlung ist das Buchgeschäft immer noch zuerst ein Ort der Kommunikation. Es ist daher gut für die Branche, wenn künftig wieder ein Händler wie Riethmüller den Börsenverein des Deutschen Buchhandels führt.

Im Oktober tritt der Tübinger Unternehmer die Nachfolge von Gottfried Honnefelder an, der seit 2006 das Ehrenamt des Vorstehers innehatte. Der 57 Jahre alte Riethmüller erhielt auf der Hauptversammlung in Berlin als einziger Kandidat 296 von 328 Stimmen, wie der Börsenverein mitteilte.

Stationär mit online verknüpfen

Osiander gehört mit Filialen in mehr als 20 Städten zu den größten Buchhandlungen im Südwesten Deutschlands. Das Unternehmen expandiert trotz der Krise im Buchhandel, der immer mehr Anteile an die Internetkonkurrenz verliert. Bei Osiander wird versucht, das stationäre Geschäft mit dem Onlinehandel zu verknüpfen. "Viele Buchhandlungen machen den Fehler, dass sie das Geschäft für E-Books nicht ernst nehmen", sagt Riethmüller zum Beispiel.

Der in Frankfurt ansässige Börsenverein ist der Dachverband der deutschen Buchbranche. Darin arbeiten Händler, Zwischenhändler und Verleger zusammen. Der Verband vergibt bedeutende Auszeichnungen wie den Friedenspreis des Buchhandels und den Deutschen Buchpreis. Er ist auch für die Frankfurter Buchmesse zuständig, den weltweit bedeutendsten Branchentreff.