Die Rettungsbemühungen für die Warenhauskette Hertie gehen in eine entscheidende Phase: An diesem Mittwoch soll es ein Treffen mit einem Interessenten sowie Vertretern der Politik geben.

„Es geht um die Rettung vieler Arbeitsplätze", sagte am Dienstag ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur dpa. Einzelheiten wollte er nicht nennen.

Bei dem Gespräch, an dem Vertreter des Wirtschaftsministeriums sowie ein potenzieller Investor teilnehmen sollen, geht es um die Zukunft von insgesamt 54 Hertie-Filialen mit rund 2.800 Mitarbeitern. Hertie-Sprecher Wolfgang Weber-Thedy sagte, es würden alle kommen, „die für ein solches Gespräch notwendig sind".

Bürgschaften im Gespräch

Hertie-Insolvenzverwalter Biner Bähr hatte vor wenigen Tagen angekündigt, es gehe bei dem Treffen um eine mögliche Bürgschaft. Hertie hatte im Juli vergangenen Jahres wegen der Finanzprobleme ihres Miteigentümers Dawnay Day Insolvenzantrag gestellt.

Der neue Haupteigentümer der Warenhauskette hatte zuletzt die Gespräche über die Zukunft des Unternehmens für gescheitert erklärt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Biner Bähr blieb aber optimistisch.

Mieten als Hauptstreitpunkt

Ein Kernpunkt bei der Rettung von Hertie ist die Forderung des vorläufigen Insolvenzverwalters nach einer deutlichen Senkung der Mieten für die Häuser. Nach seiner Darstellung hatte der Eigentümer mit Hilfe von überhöhten Mieten Kapital aus dem Unternehmen abgezogen.

Bähr hat eine Frist bis Ende Februar für die Rettung von Hertie gesetzt. Wenn es bis dahin keine Einigung gibt, will er das Unternehmen liquidieren.

Für 19 der 73 Hertie-Filialen sieht der Insolvenzverwalter auf jeden Fall keine Zukunft. Bereits Mitte Februar waren die ersten vier Häuser geschlossen worden, weitere 15 Filialen sollen bis 7. März folgen. Betroffen sind in den 19 Filialen insgesamt 650 Mitarbeiter.

Verdi wirft Eigentümer „systematische Zerstörung" vor

Die Hertie-Beschäftigten forderten am Dienstag „umfassende Hilfe durch die Politik, die Arbeitsverwaltung, den Insolvenzverwalter und die Öffentlichkeit", wie es in einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi hieß.

Die Hertie-Betriebsräte kritisierten, das Unternehmen sei „in den letzten zehn Jahren systematisch zerstört worden".