Eine starke Krone, steigende Rohstoffpreise und vorsichtige Konsumenten: Die hohen Kosten drückten beim Modefilialist H&M den Gewinn im ersten Halbjahr. 

Hennes & Mauritz (H&M) leidet unter der starken schwedischen Krone: In der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2010/11 mit Stichtag 31.5.2011 stieg zwar der Umsatz des schwedischen Modefiliallisten um ein Prozent auf 61,1 Milliarden Schwedische Kronen (SEK); das entspricht rund 6,6 Milliarden Euro.

Währungsbereinigt konnte H&M um 10 Prozent zulegen, flächenbereinigt ergab sich ein Plus von 2 Prozent, meldet das Modeunternehmen. Der Betriebsgewinn sei von 11,9 auf 9 Milliarden SEK zurückgegangen, der Nettogewinn sank um 23 Prozent auf 6,8 Milliarden SEK.

Deutschland im Euro-Plus aber Kronen-Minus

In Deutschland, dem wichtigsten Markt der Schweden, ging der Umsatz jedoch um 3 Prozent auf 14,3 Milliarden SEK zurück, während er sich in Euro um 8 Prozent erhöhte. Die Schweden eröffneten hierzulande im Berichtszeitraum neun Geschäfte und schlossen einen Laden. Ende Mai gab es in der Bundesrepublik 385 Läden.

In anderen europäischen Ländern verzeichnete der Filiallist leichte Verluste oder konnte die Erlöse nur leicht steigern. In Japan sank der Umsatz nach der Erdbebenkatastrophe im März um 22 Prozent. Deutlich zulegen konnte der Händler aber in China, Russland und Südkorea: Dort verzeichneten die Schweden Wachstumsraten von 30 bis 90 Prozent.

Trübe Konsumstimmung in vielen Ländern

"Steigende Zinsen, höhere Energiepreise und Sparmaßnahmen der Regierungen in vielen Märkten trüben die Konsumstimmung", erläutert H&M-Chef Karl-Johan Persson zu der Unternehmensentwicklung im zweiten Quartal. "Außerdem hat es in der Modebranche viele Preisreduzierungen und Angebote gegeben."

Zudem hätten sich die hohen Beschaffungspreise, vor allem für Baumwolle, und außerordentliche Kosten wie die Investition in eine Stiftung zur Aufbesserung der Altersversorgung der H&M-Mitarbeiter auf die Ergebnisse des Unternehmens ausgewirkt.

Grundsätzlich ist der H&M-Chef aber überzeugt, dass sein Unternehmen weiterhin in den traditionellen wie neuen Märkten gut aufgestellt ist. Ende Mai hatte das Untenehmen 2.297 Läden auf der ganzen Welt. Im zweiten Halbjahr sollen 178 Geschäfte eröffnet und 19 geschlossen werden.

Für das gesamte Geschäftsjahr seien insgesamt 250 Eröffnungen geplant. Als wichtigste Expansionsmärkte nennt H&M derzeit China, Großbritannien und die USA. In Singapur starten die Schweden im Herbst.