Die Deutschen sind weiter konsumfreudig. Dennoch schwächelt der Einzelhandel. Besonders die Textilbranche trifft der lange Winter und das schlechte Wetter hart.

Höhere Gemüsepreise: Der LEH verliert an Umsatz. Foto: Rewe
Höhere Gemüsepreise: Der LEH verliert an Umsatz. Foto: Rewe
Der deutsche Einzelhandel ist schwach ins Frühjahr gestartet. Die Unternehmen machten im April 2013 überraschend weniger Geschäft als im März, der Branchenumsatz sank nominal und preisbereinigt um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Das ist das dritte Minus im Monatsvergleich in Folge. Volkswirte hatten mit einem realen Plus von 0,2 Prozent gerechnet.

Im Jahresvergleich zogen die Umsätze jedoch erstmals seit Januar wieder an. Sie stiegen nominal um 3,2 Prozent, real um 1,8 Prozent. Der April 2013 hatte allerdings auch zwei Verkaufstage mehr als der entsprechende Vorjahresmonat.

Handelsverband bleibt gelassen

Aus Sicht des Verbands HDE laufen die Geschäfte im Einzelhandel stabil. “Die Entwicklung in den ersten vier Monaten liegt exakt auf unserer Prognose. Wir erwarten im Gesamtjahr ein nominales Plus von 1,0 Prozent“, sagte HDE-Sprecher Kai Falk.

Von Januar bis April wurden im deutschen Einzelhandel nominal 1,1 Prozent mehr und real 0,2 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Hoffnung schöpft der HDE aus den guten Rahmenbedingungen, insbesondere dem robusten Arbeitsmarkt: “Die Konsumenten sind kauffreudig.“

Ein Grund für die überraschend schleppende Entwicklung war das kalte Wetter, das die Preise für Gemüse nach oben trieb - und dadurch möglicherweise die Kunden vom Kauf abhielt, wie Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank vermutet.

Nach den Zahlen der Statistiker sank der reale Umsatz der Lebensmitteleinzelhändler im April im Jahresvergleich um 1,1 Prozent. Hingegen brummte der Internet- und Versandhandel, die Umsätze übertrafen das Vorjahresniveau real um 14,7 Prozent.

Textilhandel auf der Verliererseite

Seit Jahresbeginn ließ vor allem der Bereich Textilien kräftig Federn: Die Umsätze mit Bekleidung, Schuhen und Lederwaren lagen von Januar bis April real 4,3 Prozent unter Vorjahr.

“Kunden dürften den Kauf von Frühjahrsmode angesichts des sehr langen Winters zurückgestellt haben», sagte Ökonom Schulz. HDE-Mann Falk betonte ebenfalls, dass der Bereich Textilien sehr unter dem verfehlten Frühjahrsstart gelitten habe.