Jetzt ist Schluss: Die Gläubigerversammlung der insolventen Warenhauskette Hertie hat das Aus für das Unternehmen beschlossen.

Der Insolvenzverwalter Biner Bähr hat in der Gläubigerversammlung einen Antrag auf Schließung der 54 Warenhäuser und der Essener Unternehmenszentrale gestellt.

Bähr hatte seinen Antrag damit begründet, dass er keine Chance auf eine Einigung mit den britischen Hertie-Eigentümern mehr sehe. Zuvor hatte ein Konsortium aus mehreren Investoren die Verhandlungen mit dem Eigentümer für gescheitert erklärt.

Der Eigentümer der Warenhauskette hat die Schuld am Rückzug der Investorengruppe von sich gewiesen. "Dr. Bähr benutzt uns als Sündenbock für sein Scheitern", sagte ein Vertreter der britischen Eigentümer. "Unsere Mieten sind auf demselben Niveau wie 2004, als (der Hertie-Vorgänger) Karstadt kompakt gegründet wurde."

Schließung im Sommer

"Wir kommen nicht mehr weiter, so traurig das ist", sagte Bähr. In einer kontrovers geführten Diskussion hatte der Insolvenzverwalter zuvor die britischen Hertie-Eigentümer für den Misserfolg bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten verantwortlich gemacht.

Mit der Schließung der Warenhäuser sei nun voraussichtlich im Sommer zu rechnen, sagte ein Unternehmenssprecher. Zuvor müsse noch über einen Sozialplan verhandelt werden.


"Die Beschäftigten sind schockiert", sagte der Hertie- Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Horn nach der Entscheidung. Rund 2.600 Mitarbeiter sind betroffen.