Die insolvente Warenhauskette Hertie prüft die Übernahme von SinnLefers- und Wehmeyer-Standorten. ECE weist Interesse an Warenhäusern zurück.

Ungeachtet des eigenen Insolvenzverfahrens prüft die Warenhauskette Hertie die Übernahme von Fialen der Textilketten SinnLeffers und Wehmeyer.

Über mögliche Einschnitte im eigenen Netz von derzeit 72 Filialen werde frühestens zum Jahresende entschieden, kündigte der vorläufige Insolvenzverwalter, Biner Bähr, am Mittwoch in Essen an.

Neueröffnung im November in Straubing geplant

Nächsten Monat sei zunächst die Eröffnung eines neuen Warenhauses in Straubing (Bayern) geplant. Ziel sei, möglichst noch im Jahr 2009 in die schwarzen Zahlen zurückzukehren, sagte Bähr.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2007/2008 (per 31. August) hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 450 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Verlust lag in einer "gut zweistelligen Millionenhöhe". Ende Juli hatte Hertie Insolvenz angemeldet.  Das Unternehmen hat rund 3.400 Mitarbeiter.

Die Hagener Textilhandelskette SinnLeffers hatte zum Wochenbeginn angekündigt, sich bis zum Frühjahr von 24 ihrer derzeit 47 Filialen trennen zu wollen. Die Aachener Kette Wehmeyer will 16 von 39 Läden schließen. Auch diese ehemaligen Töchter des früheren KarstadtQuelle-Konzerns Arcandor hatten in den vergangenen Monaten Insolvenz anmelden müssen.

ECE interessiert sich für einige Hertie-Gründstücke

Meldungen wonach der Shoppingcenter-Spezialist ECE an einer Übernahme der Hertie-Häuser interessiert sei, wies Gerhard Dunstheimer, Geschäftsführer Objektentwicklung der ECE, bei einem Pressegespräch auf der Münchener Immobilienmesse EXPO REAL zurück.

"Wir sind auf innerstädtische Shoppingcenter spezialisiert und wollen keine Warenhäuser betreiben", erklärte Dunstheimer. "An einigen Grundstücken des Hertie-Portfolios sind wir jedoch interessiert." Rund 20 Prozent der 72 Warenhausstandorte könnten für die ECE attraktiv sein.

Kündigungen zur Neuverhandlung der Mietvertäge

Von den angekündigten Schließungen bei SinnLefers und Wehmeyer ist die ECE nach Aussagen von Geschäftsführer Klaus Striebich kaum betroffen.

SinnLeffers betreibt derzeit sieben Filialen in den Centern der Hamburger, vier davon würden ohne Änderungen weitergeführt, an zwei Standorten verhandle man die Verträge, so der für das Vermietungsgeschäft zuständige Geschäftsführer.

Lediglich der Standort in Podstam werde definitiv schließen, was laut Striebich schon lange geplant war. Von den fünf Wehmeyer-Geschäften in ECE-Centern werde nur der Standort in Bochum nicht weitergeführt.

dpa; Hanno Bender