Der Hertie-Eigentümer trennt sich Stück für Stück von seinen Immobilien. Sechs Warenhäuser wurden kürzlich veräußert, für elf weitere sollen sich Investoren gefunden haben.

Für die Immobilien der insolventen Warenhauskette Hertie finden sich offenbar trotz Finanzkrise schnell kaufkräftige Interessenten. Die niederländische Investorengruppe Mercatoria Acquisitions BV (MABV), Eigentümer der Hertie-Häuser, trennt sich demnächst von elf der ursprünglich 63 Immobilien. Sechs weitere Häuser wurden bereits in den vergangenen Tagen verkauft.

Dabei handelt es sich um jeweils zwei Häuser in Hamburg und München sowie jeweils ein Gebäude in Mettmann und Wesseling in Nordrhein-Westfalen. Das sagte ein Vertreter der Investorengruppe Mercatoria Acquisitions BV (MABV) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in London. Die Investoren hatten bereits im vergangenen Sommer zwei Immobilien in Berlin verkauft.

Feste Zusagen für elf Häuser

Für elf Hertie-Häuser seien zudem neue Investoren gefunden worden, sagte der Vertreter. Sie hätten eine feste Zusage gegeben. Die Vertragsabschlüsse stünden bevor. Die betreffenden Immobilien sind in Dinslaken, Dortmund-Aplerbeck, Duisburg-Walsum, Erkrath, Herdecke, Köln-Chorweiler, Köln-Porz, Langenfeld und Lemgo - alle Nordrhein-Westfalen - sowie Elmshorn und Schleswig in Schleswig-Holstein.

Abgeschlossen ist bereits der Verkauf der Immobilien in den Hamburger Stadtteilen Bramfeld und Langenhorn an Herties Konkurrenten Kaufland; die Geschäfte sollen im kommenden Jahr eröffnet werden. Die Düsseldorfer Agentur Development Partner kaufte die Häuser in den Münchener Stadtteilen Laim und Giesing. Die Bonner Immobilienfirma Phoenix Development übernimmt die zwei Gebäude in Nordrhein-Westfalen.

Kein Investor für das gesamte Portfoilio in Sicht

Die ankündigten Vertragsabschlüsse sind vor allem als Schuss vor den Bug des Insolvenzverwalters Binar Bähr zu werten. Bähr hatte MABV seit Dezember wiederholt Investoren für die Immobilien versprochen. Hertie hatte MABV seit Insolvenzbeginn Ende August keine Miete gezahlt. Erst sieben Monate danach, vor einem Monat, hatte das Amtsgericht Essen das Insolvenzverfahren eröffnet und den Weg für die Gläubigerforderungen freigemacht. Bähr dringt nach eigenen Angaben nun auf eine Entscheidung für die Häuser bis Ende März.