Die Internet-Firmengründer fühlen sich von der hessischen Politik in Stich gelassen. Das hat eine regionale Umfrage ergeben, die Extranet-Dienstleister Seals durchführen ließ.

Die Internet-Firmengründer fühlen sich von der hessischen Politik in Stich gelassen. Das hat eine regionale Umfrage ergeben, die Extranet-Dienstleister Seals durchführen ließ.

Die 23 befragten Führungskräfte der Neuen Wirtschaft aus dem Rhein-Main-Gebiet verliehen den hessischen Politikern die Durchschnittsnote "4,6". Zum Vergleich: 70% bedachten sowohl Berlin als auch München mit der besten Note. Hamburg erhielt von 38% die Note 1, das Ruhrgebiet von 15% und Stuttgart von 8%.

Die häufigsten Beschwerden: Kein Interesse seitens der Politiker, keinerlei Unterstützung durch die Hessische Regierung, keine Förderung für die Region. Seals-Gründer und Geschäftsführer Marcus Laube fasst die Meinung der hessischen Dotcom-Wirtschaft zusammen: "Wir sollen und wollen Arbeitsplätze schaffen, und die Politik krümmt keinen Finger."

Das größte Problem der befragten Start-ups stellt die träge Bürokratie dar. 78% klagen über ein lähmendes langsames Arbeitstempo und die mangelnde Flexibilität der hessischen Behörden. Die Eintragung eines neuen Unternehmens ins Handelsregister dauert erfahrungsgemäß länger als die Beschaffung von Risikokapital in Millionenhöhe bei Investmentgesellschaften.

Zweiter neuralgischer Punkt stellt laut Umfrage der leer gefegte Personalmarkt dar. 70% der Unternehmer werten die mangelnde Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter als großes (30%) oder sogar sehr großes (40%) Problem. Im Durchschnitt haben die Firmen zudem nicht einmal einen Mitarbeiter mit einer Green Card einstellen können.

An dritter Stelle auf der Beschwerde-Liste der hessischen Internet-Wirtschaft steht die mangelhafte Start-up-Kultur des Rhein-Main-Gebiets. 62% der Befragten vermissen in der Main-Metropole die Aufbruchstimmung der Neuen Wirtschaft, die sie in Berlin oder München beobachten. Hohe Mieten für Büroräume stellen für 45% der Start-ups ein Problem dar. 23% klagen generell über Schwierigkeiten, geeignete Räumlichkeiten zu finden.

Dennoch: die Firmengründungen im Internet im Rhein-Main-Gebiet nehmen zu. So wurden 31% der befragten Unternehmen im letzten Jahr gegründet. Ebenfalls 31% der Firmen sind sogar in diesem Jahr entstanden. Zum Vergleich: In den beiden Jahren zuvor sind zusammen lediglich 15% der Befragten an den Start gegangen.

Allerdings zieht es 15% der in Rhein-Main ansässigen Dotcoms schon wieder weg: Die Firmen wollen nach Berlin, Hamburg oder München umsiedeln, in erster Linie, weil es dort Förderprogramme des Landes gibt, die in Hessen völlig vermisst werden. 31% sind über ihre künftige Standortwahl noch unentschlossen, 54% stehen fest zur Main-Metropole.

Positiv bewertet wurden vor allem die zentrale Lage, die gute Infrastruktur und die Nähe zu den Finanzinstituten. 46% sahen es als wichtigen Vorteil der Region an, dass der zentrale deutsche Internet-Austauschknoten DE-CIX (Deutscher Commercial Internet Exchange) im InterXion Internet Exchange Center (IEC) in Frankfurt beheimatet ist. (KM)

FIRMENPROFIL:

Die Frankfurter Seals GmbH betreibt einen bundesweiten B2B-Extranetdienst (X.net), der in diesem Jahr auf weitere europäische Länder ausgedehnt werden soll. Der Zugang, die Authentifizierung und die Verwaltung der Zugriffsberechtigungen für die Beschäftigten im Kundenunternehmen erfolgt beim Seals-Extranet über Smartcards mit digitalen Zertifikaten. Basierend auf dem X.net bietet Seals neue Dienste für den elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten an, z.B. InvoiceXchange für das Rechnungs- und OrderXchange für das Bestellwesen. Seals wurde 1999 von Lufthansa AirPlus mit Finanzierung der Technologieholding/3i gegründet.


KONTAKT:

Seals GmbH
Leipziger Str. 36
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Internet: www.seals.net