Das Immobilienkonsortium Highstreet verkauft die beiden Münchener Karstadt-Häuser für 250 Millionen Euro an ein Joint Venture. Ein Schnäppchenpreis für Objekte in dieser Lage.

Wie am Samstag bekannt wurde verkauft das Immobilienkonsortium Highstreet den Karstadt Oberpollinger und das Münchener Karstadt Sporthaus. Käufer der beiden Häuser ist ein Joint Venture der Centrum Gruppe des deutschen Immobilienunternehmers Uwe Reppegather und der Signa Gruppe des Österreichers René Benko.

Der Kaufpreis für die beiden Handelsimmobilien in bester Lage der bayerischen Landshauptstadt beträgt nach Angaben der Unternehmer rund 250 Millionen Euro. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2011 erwartet.

Eine der attraktivsten und teuersten Handelslage in Deutschland

Die beiden Münchener Karstadt Immobilien befinden sich in einzigartiger Lage inmitten einer der attraktivsten Einkaufsstraßen Deutschlands, der Kaufinger/ Neuhauser Strasse in München. Nach Angaben des Immobilienmaklers Jones Lang LaSalle werden in der Kaufingerstraße mit 310 Euro pro Quadratmeter die höchsten Ladenmieten in Deutschland gezahlt. Die Passantenfrequenz beträgt rund 12.000 pro Stunde.

Der Karstadt Oberpollinger verfügt über rund 29.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche vom Untergeschoss bis zum 4. Obergeschoss sowie über ein Restaurant mit Dachterrasse. Das benachbarte Karstadt Sporthaus verfügt über rund 10.500 Quadratmeter Einzelhandelsfläche. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude sowie der Karstadt Oberpollinger sind langfristig an den Mieter Karstadt vermietet.

Faktor 20 der Jahresmiete angemessen für den Oberpollinger

"Eine Nachvermietung des Oberpollingers dürfte aufgrund des Flächenschnitts schwierig sein", kommentiert ein Handelsimmobilienspezialist gegenüber derhandel.de, der nicht genannt werden möchte. "Dafür kommen fast nur Händler wie P&C oder Breuninger in Frage, das drückt den Kaufpreis". Üblich sei für ein Objekt dieser Größenordnung im derzeitigen Marktniveau ein Kaufpreis, der dem 20-fachen der Jahresmiete entspricht.

Im Falle des kleineren Karstadt Sporthauses sei eine Nachnutzung dagegen unproblematisch und daher ein Faktor 25 der Jahresmiete angemessen. "Daraus lässt sich schließen, dass die Mieten, die Karstadt in München momentan zahlt sehr moderat sein müssen", so der Makler. An eine alsbaldige Nachvermietung denken die Investoren nach eigenem Bekunden freilich nicht.

Langfristige Partnerschaft mit Karstadt im Sinn

"Wir setzen auf eine langfristige Partnerschaft mit dem Mieter Karstadt und wollen hier wie auch an anderen Standorten gemeinsame Lösungen für Optimierungen der Immobilien entwickeln", kommentiert Uwe Reppegather, Gründer und Gesellschafter von Centrum den Deal.

Als Finanzierungspartner standen dem Joint Venture die Bayerischen Landesbank (Karstadt Sporthaus) und die zur Commerzbank gehörende Eurohypo (Oberpollinger) zur Seite. Die Partnerschaft aus Centrum und Signa ist bereits bei dem Erwerb und der Entwicklung des mehrstöckigen Shoppingcenter Sevens an der Düsseldorfer Königsallee in Erscheinung getreten. Beide Parteien des Joint Ventures sind zu gleichen Anteile in die Münchener Karstadt-Häuser investiert.

Das Nobel-Warenhaus Oberpollinger gehört neben KaDeWe in Berlin und Alsterhaus in Hamburg zu den drei Premium-Häuser von Karstadt. Klicken Sie hier für eine Fotogalerie der drei Häuser.